Freier Blick für alle Bürger

Auch im Winter wäre er einen Ausflug wert: Der sanierte Schlackenberg bietet bei klarem Wetter einen herrlichen Rundblick. Bilder: Gebhardt (3)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
02.01.2015
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Weit hinaus blicken ins Land, über die Stadt und auf Augenhöhe hinüber zum Annaberg: Der Schlackenberg bietet einen einzigartigen Eindruck. Aber hinauf steigen darf man fast nie, das Tor ist zu. Das soll sich jetzt ändern. Die CSU regte im Stadtrat fünf Berg-Tage im Mai an.

"Hiermit stelle ich den Antrag, den Schlackenberg probehalber im Mai 2015 an allen fünf Samstagen des Monats der Bevölkerung uneingeschränkt von 10 bis 18 Uhr zugänglich zu machen.": Dr. Patrick Fröhlich (CSU) will nicht nachlassen bei der Anschlussnutzung des sanierten Schlackenberges. Der Stadtrat soll sich nun noch einmal mit der Idee der zeitweisen Öffnung befassen.

Bauhof soll aufsperren

Der städtische Bauhof soll das Tor zum Gelände öffnen und abends wieder schließen, eine Überwachung oder Begleitung der Besucher hält der Antragsteller nicht für nötig. Dr. Fröhlich erinnerte in der Sitzung daran, dass der Schlackenberg durch den Freistaat Bayern unter Regie der Regierung der Oberpfalz mit über 50 Millionen Euro aus Steuermitteln "dankens- und erforderlicherweise" saniert worden sei, um eine Trinkwasser-Gefährdung auszuschließen.

Steuergelder sollten optimal verwendet werden. Deswegen hätte auch die bei den Sanierungsmaßnahmen zuständige Baudienststelle der Regierung der Oberpfalz bereits sämtliche Aspekte einer späteren möglichen Folgenutzung mitbedacht.

Zur Info-Plattform

"So befinden sich auf dem Weg zur Spitze des Schlackenberges nicht nur Anschlussmöglichkeiten für Lampen, sondern auch Bänke und Mülleimer." Am Gipfel stehe auch eine Aussichtsplattform mit breitgefächerten Informationen zur Geschichte der Maxhütte und des Schlackenberges sowie eine Gedenktafel.

"Dies alles soll der Bevölkerung nicht vorenthalten werden!" Die stark eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten zum Berg, damit zum Ausblick und Informationszentrum, verhinderten bisher den Besuch der Öffentlichkeit. Dass eine sanft touristisch nutzbare Deponie entstehen solle, das werde auch durch den Genehmigungsbescheid und die Aussagen des damaligen Staatsministers Dr. Marcel Huber beim Sanierungsabschluss unterstrichen: "Sie sehen eine derartige Nutzung ausdrücklich vor!", erinnerte der Antragsteller.

"Regierung positiv"

Dr. Fröhlich hat sich wohl auch schon in Regensburg informiert: "Nach meiner Kenntnis steht die Regierung der Oberpfalz einer Öffnung des Schlackenbergs probehalber an den fünf Samstagen im Mai ebenfalls positiv gegenüber."

Eine Verletzung der Abdichtungsfolie, die ja unbedingt vermieden werden muss, sei wohl nur mit mittelschwerem Gerät möglich. Die Folie liege mindestens einen Meter, teilweise sogar tiefer, unter der Oberfläche des verdichteten, mittlerweile gesetzten Bodens.

"Aus meiner Sicht sprechen auch versicherungsrechtliche Probleme nicht gegen eine Öffnung,", argumentierte Dr. Patrick Fröhlich weiter. Denn dann dürften auch Objekte wie Schloss, Kriegerdenkmal, Annaberg oder Stadtpark nur unter Aufsicht betreten werden, was weder sinnvoll noch praktikabel wäre.

Fraktionsvorsitzender Dr. Stefan Morgenschweis ergänzte: "Insgesamt sollte den Bürgern, die sich bereits bei der Aufhebung der Sperrzeit als mündig und verantwortungsbewusst erwiesen haben, auch hier mehr Freiheit und - zunächst probehalber - der Zugang zum Schlackenberg ermöglicht werden!"

Im Antrag wird auch in die Zukunft gedacht: Sollten beim Probelauf im Mai Schwierigkeiten auftreten,wäre es bei dem Versuch zu belassen. Andernfalls aber sollte die Stadt mit der Regierung der Oberpfalz konkrete Verhandlungen aufnehmen. Das Ziel: fortan in der Frühlings- und Sommerzeit die Öffnung des Berges jedes Wochenende sowie mittelfristig auch Feste und Veranstaltungen möglich machen.

Die Öffnungszeiten des Schlackenbergs an den vorgeschlagenen Terminen (2., 9., 16., 23. und 29. Mai) sollten auf der Internetseite der Stadt sowie in der SRZ angekündigt werden.

Zu jedem Antrag, so ist es Sitte im Stadtrat, gehört auch ein Deckungsvorschlag für eventuelle Kosten: "Die Maßnahme erfordert an fünf Samstagen nur das Öffnen und Versperren des Tores durch den städtischen Bauhof sowie gegebenenfalls das Reinigen von sanitären Einrichtungen. Somit fallen der Stadt keine externen Kosten an!" Der Antrag wird in einer der nächsten Sitzungen behandelt.
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