Freihunger Bürgermeister erzürnt über "Schließungswahn", "zu geringe Ausschüttungen" und ...
Bücherl geißelt "Machenschaften der Sparkasse"

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
04.12.2015
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Nicht nur Bürgermeister Norbert Bücherl (FW) hat die Sparkasse mit ihren Umstrukturierungen heuer die Adventszeit kräftig verhagelt. Bereits mehrfach hat der Freihunger wegen der beabsichtigten Schließung der Filiale in seiner Gemeinde (zusätzlich zu drei weiteren Standorten) seinen Unmut über die daraus resultierende Schlechterstellung älterer Menschen kundgetan.

Mittlerweile aber spricht Bücherl - wie in der Mitgliederversammlung der Freien Wähler auf Kreisebene - von den "Machenschaften der Sparkasse Amberg-Sulzbach". Auch "unzulängliche Ausschüttungen" erzürnen ihn jetzt. Nachdem der Landkreis, so Bücherl, der sich beim Bürgerforum Landsberg Unterstützung geholt hat, ein Träger der Sparkasse ist und die vom Ertrag Geld an die Träger ausschütten kann, hätte auch seine Gemeinde, etwa über die Kreisumlage, davon profitieren können. Das Bürgerforum Landsberg spreche von einigen Millionen Euro und dem richtigen Vollzug der Sparkassenordnung. Nach deren Analyse habe die Sparkasse im Landkreis Amberg-Sulzbach 2013 und 2014 jährlich mindestens eine halbe Million Euro zu wenig an die Träger ausgeschüttet.

Bücherl erinnerte daran, als die Sparkasse 2011 die Filiale schloss und einen Servicepunkt einrichtete. Vorstand Dieter Meier habe da versichert, dass die Sparkasse nie über eine Schließung der Filiale nachdenke.

Bücherl resümierte, es dürfe nicht sein, dass die Sparkasse auf dem Rücken der älteren Bürger im ländlichen Raum Einrichtungen schließt, "um in ... Amberg und Sulzbach-Rosenberg große, prunkvolle Sparkassenhauptfilialen zu unterhalten". Er fragte, was sich die zwölf Verwaltungsratsmitglieder (mehr als zur Hälfte aus der kommunalen Familie) dabei gedacht haben, dem "Schließungswahn der Vorstände zuzustimmen". Man müsse den Eindruck gewinnen, dass "die Herren Vorstände und Verwaltungsräte" Einsparungen nur vornehmen, "um den eigenen Säckel nicht mindern zu müssen".

Es dürfe nicht sein, dass wegen "lausiger 35 000 Euro Jahreskosten" ab März 2016 im Freihunger Gemeindegebiet nicht einmal mehr ein Geldautomat und ein Kontoauszugsdrucker vorhanden seien. Der Marktgemeinderat habe bereits beschlossen, sollte dies nicht rückgängig gemacht werden, würden alle Beziehungen zur Sparkasse beendet. Bücherl beantragte bei der FW-Kreistagsfraktion, dass sie in der Weihnachtssitzung des Gremiums eine entsprechende Resolution vorbringt.

Die intensive Diskussion mündete in folgenden Beschluss: "Die Fraktion der FW ... fordert den mit Vertretern aus CSU, SPD und der Wirtschaft besetzten Verwaltungsrat der Sparkasse ... auf, dafür Sorge zu tragen, dass der Vorstand der Bank die Zugänglichkeit zu Bargeld, zum Beispiel an Geldautomaten und Kontoauszugsdruckern, flächendeckend in allen Gemeinden ... gewährleistet."
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