Freude in der "schleinigen Zeit"

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
31.03.2015
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Charmant, fulminant, musikalisch virtuos und als Ganzes grandios: "Luz amoi" machte Station auf der Kleinkunstbühne - musikalische Könner, die mit moderner Volkxmusik das Traditionelle, das "Freisingerische", mit Tango, Rock, Jazz, Pop verbinden. Es ging sogar bis Afrika.

(lz/bba) In einer beschleunigten Zeit - "schleinig", wie der Freund der Mundart auch sagt - schafften die Musiker Raum für stilistische Vielfalt, Feinfühligkeit, aber auch für stimmungsvolle Lebensfreude: eine perfekte Mischung einer unverwechselbaren Gruppe.Stefan Pellmaier, Manuela Schwarz, Dominik Hogl, Johannes Czernik und Stefanie Pellmaier, untereinander fast alle verwandt und im pädagogischen Bereich tätig, sind stets auf der Suche nach neuen Klängen, Stücken, Rhythmen oder Texten. Die Zuhörer konnten sich von einer äußerst erfolgreichen Schatzsuche überzeugen, denn es waren musikalische Perlen, die verzauberten.

Perfekter Gesang

Die musikalischen Sympathieträger hatten mit dem Stefan auch noch einen Erzähler in ihren Reihen, der für Kurzweil und Fröhlichkeit sorgte. Im Vorfeld, so der Stefan augenzwinkernd, gab es im Kötztinger Spielcasino als Gage "Bärwurz" und pro Musiker Jetons für elf Euro plus eine Karte mit fünf Euro für den "einarmigen Banditen".

Eine musikalische Entdeckungsreise begann, mit perfektem Gesang, solo, im Duett oder vielfach mehrstimmig, und einer bunten Instrumentierung, die von Hackbrett und Harfe über Geige oder Gitarre bis hin zur Quetschn, dem Saxophon oder dem Schlagzeug führte.

Mit einem instrumentalen Medley spielten sich die Musiker in die Herzen der Zuhörer, die dann die "Brennad Liab" vom "Madl, des a bisserl raus kimma sollt" erfuhren. "So a Tag" beschrieb die schönen, gelassenen Zeiten des Lebens.

Zwiefache dabei

Diese Ideologie beizubehalten, sei gar nicht so einfach in einer "schleinigen Zeit", die sich kritisch mit der Mentalität unserer Tage auseinandersetzte: "Ob Tag oder Nacht, ob staad oder's kracht, nur oans is, was zählt, a Scheuna voller Geld". Der Song "Wer denn" rückte Gott und die Sinnfrage in den Mittelpunkt, bevor "Leitl müaßts lustig sei", ein Klassiker unter den "Zwiefachen", oder "Drunt in der Au" mit viel Schwung die Pause einläuteten.

Unbedingt Zugaben

Auch der zweite Teil passte hervorragend in die riesigen Fußspuren, die der erste gesetzt hatte, ob mit Kreuzpolka oder dem argentinischen Tango. Der Bandleader gab Einblick in sein pädagogisches Wirken: "Man solle ja den Schüler abholen, wo er steht, aber manchmal steht er nirgends" - zumindest, was das romantische Kunstlied angehe.

Nach dem romantisch amourösen "Mit Dir" traf der Landler irische Volksweisen und die Gute-Laune-Musik hatte mit einer fetzigen Ode an die Liebe "I hob Di, Du host mi" einen weiteren Höhepunkt. Klar, dass die Musiker noch mehrere Zugaben spielen mussten.
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