Früchte wollen ins Körbchen

Eine reiche Tomatenernte reift im ersten Stock heran. Die Pflanzen gedeihen unter einem Schutzdach auf der Terrasse prächtig. Bilder: rlö
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
25.08.2015
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Warum nicht einmal bei Kräutern neue Sorten testen? Das italienische Basilikum Bolloso Napoletano (rechts) bringt mit handtellergroßen Blättern deutlich mehr Masse als herkömmliche Sorten (Mitte). Links mit blauvioletter Blüte das aniswürzige Thai-Basilikum.

Zweite Augusthälfte - der Gartensommer hat seinen Zenit überschritten und rüstet für den Endspurt. Afrikanische Wochen mit Sahara-Temperaturen liegen hinter uns. Sie bedeuteten auch im SRZ-Mustergarten am Meierfeld in Rosenberg einen täglichen Kampf gegen Hitze und Dürre.

(rlö) Mancher Gartenfreund musste Lehrgeld bezahlen. Er sah Beeren an den Sträuchern eintrocknen oder Stangenbohnen ihre Blüten abwerfen. So richtig pudelwohl fühlten sich in der Sonnenglut hingegen die südländischen Gäste im Hausgarten, etwa die Oleanderbüsche, die zu selten gesehener Blütenfülle aufliefen, oder auch die Zitrusgewächse. Freilich wollten auch sie auf den täglichen kräftigen Guss aus der Kanne nicht verzichten.

Eine Frage der Technik

Wer dafür nicht über Gebühr Trinkwasser vergeuden will, sollte so viel Regen auf Vorrat haben. Dazu muss die richtige Gießtechnik kommen, nämlich punktgenau an die Blütenstauden gießen und den Boden durchdringend einnässen. Nur mal kurz mit dem Schlauch drüber weg brausen, das bringt gar nichts. Die beste Zeit fürs Wässern sind die frühen Morgenstunden. Wer die Kulturen regelmäßig hackt oder - noch besser - für eine Mulchschicht sorgt, die das Austrocknen der Erde bremst, kann auch künftigen Sahara-Sommern gelassen entgegen sehen.

Im Garten ist Erntezeit. Rote, gelbe oder gestreifte Tomaten, Zucchini, Salate, Gurken, Bohnen wollen ins Körbchen und möglichst schnell weiter in den Kochtopf wandern. Die Eigenversorgung mit Gemüse, Beeren und Obst kommt wieder in Mode: Mehr als 75 Prozent der deutschen Gartler ziehen die eigene Ernte den Supermarkt-Produkten vor. 58 Prozent von ihnen bauen auch Würz- und Teekräuter selbst an.

Mehr Kräutervielfalt wagen

Stichwort Kräutergarten: Hier sollte man durchaus etwas Experimentierfreude an den Tag legen und Neues ausprobieren. So überraschte im SRZ-Mustergarten die Basilikum-Sorte Bolloso Napoletano (aus Saatgut des italienischen Anbieters Franchi Sementi) mit sattgrünen, fast handtellergroßen Blättern und einem überwältigenden Aroma. Jetzt kann noch Schnittlauch ausgesät werden, am besten in Saatkistchen, nach etwa zwei Wochen laufen die Samen auf und können nach weiteren vier Wochen vereinzelt werden.

Im Ziergarten empfiehlt sich, Verblühtes regelmäßig zu entfernen. Nur wer von geeigneten Pflanzen eigene Samen ernten will, sollte einige Samenstände ausreifen lassen. Balkon und Topfblüher wie Petunien oder Geranien sind fürs Ausputzen und, bei Bedarf, einen maßvollen Rückschnitt dankbar. Dahlien (bei uns früher auch Georginen genannt) sind ausdauernde Blüher und erfreuen mit enormer Farbpalette. Sie machen auch als Kübelpflanzen eine tolle Figur.

Wer Ende August die Jahrestriebe seiner Obstgehölze entspitzt, fördert die Verholzung und damit die Winterhärte seiner Bäume. Steinobstsorten wie die Kirsche, Aprikose oder Pfirsich sollten ohnehin noch im Sommer, am besten bald nach Ernteschluss, ihren Rück- und Formschnitt erhalten. Einem Schädlings- und Pilzbefall beugt vor, wer regelmäßig Fallobst und sichtbar kranke Früchte entfernt. Aber bitte nicht auf den Kompost werfen!
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