Frühjahrssynode des evangelischen Dekanats Sulzbach-Rosenberg: Kirche denkt über Veränderungen ...
Neue Konzepte für die Bildung müssen her

Kirchenrat Dr. Jens Colditz vermittelt frei und ohne Mikrofon seine Botschaft: Bildung ist eine kirchliche Aufgabe. Links Synoden-Vorsitzende Dorothea Seitz-Dobler. Bild: gac
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
05.05.2015
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"Bildung für alle war eine Kernforderung der Reformation. Für Martin Luther und Philipp Melanchthon gehörten Bildung und Glaube zusammen. Deswegen ist Bildung eine zentrale Aufgabe für die evangelische Kirche", betonte Kirchenrat Dr. Jens Colditz im Gemeindesaal der Christuskirche. Die Synodalen waren zusammengekommen, um über Aufgaben und Formen der evangelischen Erwachsenenbildung zu beraten.

Zur Eröffnung der Synode erinnerte der theologische Referent des Evangelischen Bildungswerks (EBW), Pfarrer Dr. Reinhard Böttcher, in einem Gottesdienst an den 29. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl. "Dieses Ereignis hat bewiesen, dass wir nicht alles tun dürfen, was wir tun können", sagte Böttcher. Deswegen müsse Bildung immer auch Vermittlung von Werten sein.

Von der Vorsitzenden Dorothea Seitz-Dobler erhielten die Synodalen einen Spiegel vorgehalten: In einer fiktiven Kirchenvorstandssitzung wurde über das Thema Bildung diskutiert. Da hörte man Sätze wie: "Na, wenn's vom Dekan gewünscht wird, ist es wohl wichtig." Oder: "Was sollen wir denn noch alles machen?" Und am Ende wurde das Thema vertagt, weil es schon 23 Uhr war.

Kirchenrat Dr. Jens Colditz erläuterte, welche Impulse die Kirchenleitung für die Erwachsenenbildung geben will. Der ganze Mensch sei immer im Blick - lebenslang. Dabei solle auch generationenübergreifend gearbeitet werden: Konfirmanden mit Senioren, Kinder mit ihren Eltern. Weiterbildung von Ehrenamtlichen wird nach Ansicht der Synode in Zeiten abnehmender Finanzkraft wesentlich wichtiger, weil es immer weniger hauptamtliche Mitarbeiter geben wird. Aber auch nach außen will die evangelische Kirche als "Kirche für andere" wirken. Ein weites Feld muss also beackert werden.

Durch das Projekt "Innovation Bildung 2017" sollen die evangelischen Bildungswerke für diese Aufgaben fit gemacht werden. Sie sollen sich als Kompetenz- und Servicezentren der Dekanate etablieren, die vor allem in den Gemeinden wirken. In vielen Gemeinden sind die überkommenen Formen von Gruppen und Kreisen in der Krise, es müssen neue Konzepte für Gemeindearbeit und auch Seelsorge gefunden werden. In der Bildungsarbeit heißt das, regionale Schwerpunkte zu setzen, die aber vernetzt und mit landesweiten Diensten verknüpft werden müssen, um effektiv zu sein.

Nach diesen eher theoretischen Ausführungen ging es in Arbeitsgruppen um konkrete Aufgabenstellungen. Wie kann Bildungsarbeit in einer Kirchengemeinde gestaltet werden? Welche Formen künstlerischer Kreativität kann Erwachsenenbildung freisetzen? Kann auch der Kirchenraum als Lernort genutzt werden? Welche inhaltlichen Schwerpunkte kann man setzen? Hierbei zeigte sich schnell, dass auch die ganz praktischen Aufgaben daran scheitern können, dass für die richtigen Entscheidungen das Wissen fehlt - eine Herausforderung für die Bildungsarbeit also.

Zum Abschluss wies Dekan Karlhermann Schötz auf die Eröffnung des Simultankirchenradwegs am 8. Mai hin und bat das EBW um Schulungen für ehrenamtliche Mesner und Kirchenführer.
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