Für Integration stark machen

Ungebrochen ist in der Herzogstadt das Interesse an der Unterstützung der Flüchtlinge. Die Initiative Sulzbach-Rosenberg hilft! hatte ins Capitol zu einem weiteren Koordinierungstreffen geladen. Bild: phl
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
21.10.2015
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Mit den aktuellen politischen Debatten zum Thema Asyl ist man bei Sulzbach-Rosenberg hilft! nicht glücklich. Dass es auch anders geht als nur über Verschärfungen zu reden, zeigt die Initiative anhand der eigenen Arbeit selbst auf. Und am Ende gab es ein ganz neues Programm für ehrenamtliches Engagement, das die Integration der Flüchtlinge schnell voranbringen soll.

Sulzbach-Rosenberg hilft! lud erneut zum großen Plenum ins Capitol. Und wieder war der Saal gut gefüllt mit Bürgern sowie Vertretern aus der Politik. Auch Bürgermeister Michael Göth nahm sich Zeit. Initiator Hans Lauterbach ging auf die aktuelle politische Lage ein. Er kritisierte vor allem die Verschärfung des Asylrechts. Außerdem brauche es einen starken Rechtsstaat, der etwas unternehme gegen geistige und tätliche Brandstifter, anstatt Debatten, wie man den Zustrom stoppen könnte.

Gegen Pegida

Die Verschärfung des Asylrechts würde im rechten Spektrum nur als Erfolg und Bestätigung der eigenen Ansichten wahrgenommen. Die Politik müsse endlich klar Stellung beziehen, gegen Pegida und andere bereits weitgehend radikalisierte Initiativen, die sich am rechten Rand sammeln.

Und Lauterbach machte auch klar, Integration von Flüchtlingen könne sehr wohl funktionieren. Am konkreten Beispiel nannte er die Herzogstadt. Das gute Zusammenspiel von Ehrenamtlichen und Profis, die überwältigende Hilfsbereitschaft großer Teile der Bevölkerung, all jene Faktoren trügen dazu bei, dass in Sulzbach-Rosenberg keine protestierenden Versammlungen sogenannter besorgter Bürger den Ton angeben: "Man muss einfach mit den Flüchtlingen arbeiten, anstatt darüber nachzudenken, ganze Familien in Transitlager einzusperren."

Diese Ideen seien nichts anderes, als das Schaffen von Gefängnissen und mit dem Wertesystem der Bundesrepublik Deutschland nicht vereinbar. Lauterbach fordert daher eine gesamteuropäische Lösung, die sich für die Integration der Flüchtlinge starkmacht.

Doch es tut sich nach wie vor auch viel Positives. So bietet nunmehr auch die Bundesagentur für Arbeit Sprachkurse für Asylbewerber an. Die Bereitschaftspolizei wird im Februar ein Projekt starten, das die Beamten in bestimmten Bereichen zum Thema Flüchtlinge sensibilisieren und so die praktische Arbeit erleichtern soll.

Videos auf Arabisch

Auch eine Kooperation mit der Hochschule Amberg ist auf dem Weg. Dort werden nun Videos auf Arabisch produziert, in welchen Menschen erklärt wird, wie sie ihre Kinder für die Schule anmelden können. Überragend angenommen wurde auch der letzte Kleiderspenden-Aufruf.

Hans Lauterbach dankte noch einmal der Firma Luber, die hierfür die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hatte. Die Resonanz aus der Bevölkerung sei überwältigend gewesen. Zur Zeit werden nun vor allem Menschen gesucht, die bereit wären, für Flüchtlinge sogenannte Patenschaften zu übernehmen. Die Paten würden somit aktiv bei der Integration der Flüchtlinge mitwirken, in dem sie diese bei Behördengängen unterstützen, bei der örtlichen Orientierung helfen oder einfach nur weitergeben, was wo zu erledigen ist.

Es geht dabei vor allem um erwachsene Flüchtlinge. Denn die unbegleiteten Minderjährigen seien größtenteils gut versorgt. Wer sich also vorstellen könnte, eine Patenschaft zu übernehmen, der soll eine E-Mail an info @sulzbach-rosenberg-hilft.de mit dem Betreff "Patenschaften" senden.
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