Für Toleranz und Achtung

Mehr als 60 Leute sind in der Betreuung der Flüchtlinge über die Initiative Sulzbach-Rosenberg hilft engagiert. Ein wichtiger Bereich ist dabei die Kleiderkammer, der gerade jetzt in der kalten Jahreszeit eine entscheidende Bedeutung zukommt, betonen die Verantwortlichen. (Bild: Royer)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
24.11.2015
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Ein Klima der Toleranz und der gegenseitigen Achtung ist unabdingbar für ein gutes menschliches Zusammenleben. Für diese Werte stehen in der Herzogstadt neben vielen anderen Helfern auch Hans Lauterbach und Dr. Peter Lehner. Vor allem im Umgang mit Flüchtlingen zeigen sich diese Werte ganz besonders.

Vor dem Hintergrund der vielfältigen Hilfsbereitschaft für Asylbewerber, aber auch im Hinblick auf bundesweit negative Äußerungen und im schlimmsten Fall sogar Angriffen auf Unterkünfte oder deren Bewohner, suchte die SRZ das Gespräch mit den beiden Kennern der örtlichen Situation und Gegebenheiten.

Enorme Chancen

Hans Lauterbach, bekannt als Kopf der Initiative Sulzbach-Rosenberg hilft, und Dr. Peter Lehner, Sprecher der Plattform gegen Rassismus und Menschenverachtung, waren sich grundsätzlich einig, dass in der Zuwanderung enorme Chancen und positive Effekte für unser Land entstehen. Mit einem Verweis auf die demografische Situation untermauerten sie ihre Ansicht. "Viele Ressentiments sind durch die konkrete Arbeit mit Flüchtlingen gebrochen worden. Sulzbach-Rosenberg hilft konnte viele Menschen motivieren, jetzt kann man Gesichter der Stadt damit verbinden", zeigt Lauterbach die Entwicklung auf.

Auch Peter Lehner erkennt eine positive Entwicklung, die er auch an einem seit der NSU-Aufdeckung teilweisen Rückzug der Nazi-Szene aus dem Internet festmacht. Aber dennoch müsse man ständig wachsam bleiben, da es auch in näherer Umgebung neonazistische Umtriebe oder Anschläge gegeben habe.

Schon alleine deshalb schätzt Lauterbach die Existenz der Plattform als unverzichtbar ein. Gerade in diesem überparteilich, mit Vertretern aus allen Gesellschaftsschichten und auch jungen Menschen zusammengesetzten Bündnis könne den bedrohlichsten Gefährdungen Paroli geboten werden. "In einem Klima aus Angst wäre beispielsweise positive Flüchtlingsarbeit unmöglich", so der Sprecher der Hilfsinitiative. "Die bedrohlichste Gefährdung unserer Demokratie, unserer Werte, unseres Zusammenlebens mit Respekt und Toleranz geht nicht von Rechtsextremen am äußersten rechten Rand aus, sondern von menschenverachtenden Einstellungen und Forderungen, die auch aus weiten Teilen der ,sogenannten Mitte'unserer Gesellschaft laut werden und immer mehr Einfluss gewinnen", ist sich Dr. Lehner sicher.

Pegida und Co. würden massenhaft in der Öffentlichkeit auftreten, rechte Parteien mit undemokratischen Zielen wie NPD oder AfD hätten verstärkt Zulauf, säßen in Parlamenten und könnten auch über öffentliche Medien ihre menschenverachtenden Parolen verbreiten. Und immer wieder sei von Politikern Verständnis geäußert worden für die Beweggründe dieser sogenannten "besorgten Bürger", so Lauterbach und Lehner übereinstimmend.

Oft Einschüchterungen

"Diesen Geisteshaltungen und deren Konsequenzen sind auch Flüchtlingshilfegruppen ausgesetzt. Ehrenamtlich tätige Menschen, die helfen, die Not der Flüchtlinge zu lindern, werden verbal auch von ,normalen' Bürgern angegriffen und immer wieder folgen darauf Gewalt und Einschüchterungen", stellten die Besucher im SRZ-Gespräch fest.

"Su-Ro hilft leistet nicht nur Hilfe für die Flüchtlinge, sondern ganz entscheidend auch für unsere Verwaltungen, für unsere Landkreise und Kommunen, für unsere Polizei, für unsere gesamte Gesellschaft, für uns alle, für unser aller Werte: Mitmenschlichkeit, Toleranz und Respekt", resümierte Dr. Peter Lehner.
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