Ganz klar: Der Gast zahlt

Der Landkreis hat im Haushalt für das Jahr 2015 allein knapp zwei Millionen Euro an Gastschulbeiträgen für Gymnasiasten, Realschüler und Wirtschaftsschüler eingeplant. Bei Gymnasien und Realschulen besuchen mehr als die Hälfte der Kinder aus dem Landkreis Schulen in Amberg.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
12.06.2015
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Geht ein Kind aus dem Landkreis in Amberg auf die Realschule, kostet das 700 Euro. Beim Gymnasiasten sind es schon 825 Euro. Für jeden Wirtschaftsschüler drückt der Landkreis 1325 Euro ab - eigentlich sogar 1950. Ein Ausflug in die manchmal etwas seltsame Welt der Gastschulbeiträge.

Dieses Thema kam im Kreistag als Nebenaspekt der Diskussion um eine Realschule Hirschau auf. Gehen Amberg-Sulzbacher Kinder nämlich auf eine Schule, deren Träger eine andere Gebietskörperschaft ist, werden Gastschulbeiträge fällig. Besuchen sie landkreiseigene Schulen, fällt das weg. Konkret: 30 Kinder, die ab September nicht die Amberger Realschule besuchen, sondern die in Sulzbach-Rosenberg, bedeuten für den Kreis eine Ersparnis von 21 000 Euro.

Das ist jetzt sicher keine Summe, die auch nur ein Stückchen der Aufregung rechtfertigt, die rund um das Thema herrschte, doch als Gesamtsumme machen die Gastschulbeiträge einen ordentlichen Anteil am Landkreis-Haushalt 2015 aus: 3,43 Millionen Euro (also 3,24 Prozent). 1,92 Millionen davon gehen auf die 3085 Kinder an weiterführenden Schulen zurück, der Rest auf die berufsbildenden Schulen.

Mehr bei Berufsschulen

Bei Letzteren gibt es nicht die eingangs genannten Pauschalen, die das Kultusministerium alle zwei Jahre neu festlegt, sondern es wird nach dem "tatsächlichen Kostenaufwand" abgerechnet. "Da werden die tatsächlich regelmäßig wiederkehrenden Aufwendungen für den Betrieb der Schule in Rechnung gestellt", erläutert Landkreis-Sprecherin Christine Hollederer. Dadurch machen etwa Berufsschulen für den Landkreis mit 911 000 Euro den größten Posten unter den einzelnen Schularten aus.

Nun bekommt der Landkreis für Schulen in seiner Trägerschaft natürlich auch Gastschulbeiträge. Allerdings recht wenig - 122 150 Euro -, da dort kaum Auswärtige den Unterricht besuchen. Vier sind es am HCA-Gymnasium, acht an der Walter-Höllerer-Realschule. Das meiste - gut 92 000 Euro - kommt noch über die Berufsfachschule für Hauswirtschaft, Kinderpflege und Sozialpflege rein.

Ein Vergleich mit dem nur wenig kleineren Landkreis Neustadt/WN zeigt, dass Amberg-Sulzbach nicht einmal exorbitant viel an Gastschulbeiträgen zahlt. In NEW sind es sogar knapp vier Millionen Euro. Allerdings kommen dort auf der anderen Seite 741 000 Euro wieder rein. Vor allem über das Gymnasium Eschenbach (252 000 Euro aus TIR und AS) sowie das Berufliche Schulzentrum NEW (200 000 Euro aus TIR und WEN).

Man zahlt immer drauf

Ganz anders schaut es in Amberg aus. In den vielen Schulen der Stadt kommt mehr als die Hälfte der Kinder aus dem Landkreis AS. Das spült der Kommune heuer Gastschulbeiträge von 1,87 Millionen Euro in die Kassen. Sie selbst zahlt etwa 900 000 Euro nach auswärts. "Wir müssen für den Unterhalt der Schulen allerdings auch jedes Jahr Millionen ausgeben", sagt Stadt-Pressesprecherin Sabine Schwab dazu. Das kann jeder Sachaufwandsträger bestätigen: In rein finanzieller Betrachtung sind Schulen immer ein Draufzahlgeschäft. Da ändert kein Gastbeitrag etwas dran.
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