Ganz nah am Patienten

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Lokales
Sulzbach-Rosenberg
21.09.2015
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Dr. Roland Brey war ob der starken Bilanz des Gesundheitstages so aufgeräumter Stimmung, dass er es wieder mit einem Bonmot versuchte. Obwohl ihm 2014 ein flotter Spruch Kritik in einem Leserbrief eingebracht hatte. "Aber man hat noch lange über den Gesundheitstag gesprochen."

(ll/gfr) Dieses Mal zitierte der Leiter des Gesundheitsamtes Mark Twain: "Gesund kann man nur bleiben, wenn man isst und trinkt, was man nicht mag, und tut, wozu man keine Lust hat." Soll heißen: Ungesundes Verhalten fällt dem Menschen viel leichter. Und weil das anscheinend ein Naturgesetz ist, wird das schlechte Gewissen (oder die Neugier) die Leute auch in Zukunft in ähnlichen Scharen wie am Sonntag zum Gesundheitstag treiben.

Eine Bereicherung

Einen guten Teil der Anziehungskraft dieser Veranstaltung von Ärzteverbund Oberpfalz Mitte und Gesundheitsamt geht nach Einschätzung von Brey auch darauf zurück, dass sich heuer die Krankenhäuser der Region sehr intensiv daran beteiligten und mit vielen Mitarbeitern und Fachleuten präsent waren: "Das bereichert den Tag enorm."

Ebenso die überdimensionalen Modelle von Haut und Prostata. Bei Letzterem informierten Urologie (inklusive Chefarzt) und Strahlentherapie des Klinikums St. Marien, was auf eine Veränderung der Prostata hinweist, welche Diagnosemöglichkeiten es gibt und welche Therapien zu einer Heilung führen können. Die Selbsthilfegruppe PROCAS stand bei Fragen rund um das Thema Männergesundheit Rede und Antwort.

Fotos: (gf)


Die chirurgische Abteilung des Amberger Klinikums demonstrierte an einem Knie die Arthroskopie, bei der man sich mit viel Fingerspitzengefühl mit einem gut 30 Zentimeter langen Metallröhrchen in das Gelenk vortasten konnte. Das St.-Anna-Krankenhaus Sulzbach-Rosenberg stellte sich als "EndoProthetikZentrum" vor, Schwerpunkte Knie- und Hüftgelenkoperationen sowie entsprechende Nachsorge.

Hüfte und Knie - diese Themen füllten auch den Vortragsraum. "Offenbar sind viele davon betroffen", schloss Roland Brey daraus. Er freute sich zudem, dass ein Angebot des Gesundheitsamtes so gut ankam, bei dem man seine Körperzusammensetzung messen lassen konnte und Tipps erhielt, wie man den Fettanteil zurückdrängt. Die Möglichkeiten zum Test von Blutzucker oder Blutdruck, Hör- und Sehkraft wurden ebenfalls reichlich genutzt. Auch wer mit dem Rauchen aufhören will, bekam viele Anregungen. Die "Promille-Brille" bescherte ihren Trägern das Gefühl, volltrunken zu sein. Der Kreisfeuerwehrverband präsentierte das nicht nur für Kinder hochinteressante Rauchmelderhaus.

"Die Anbieter betreiben einen Riesenaufwand", lobte Brey. Dabei sei für die Besucher alles kostenlos. Das funktioniere nur durch die Unterstützung der Sparkassenstiftung. Auch das Engagement der Mitarbeiter des Landratsamtes wollte Brey gewürdigt wissen: "Es ist durchaus nicht selbstverständlich, dass so viele an einem Sonntag arbeiten." Nicht zu vergessen die Referenten, die für ihre Vorträge kein Honorar erhalten.

Streitpunkt Operation

Wobei es für die Ärzte natürlich schon wichtig sei, den potenziellen Patienten mal die Hintergründe ihrer Entscheidungen erklären zu können. So habe man zuletzt häufig die Kritik gehört, es würde zu viel, zu schnell und nur mit Blick auf die damit verbundenen Einnahmen operiert. Brey dazu: "Wer am Sonntag gehört hat, wie die Operateure ihre Entscheidungen und Gedanken erläutert haben, der weiß: Das ist falsch."
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