"Geht der Gürtel umme?"

Oskar Götz aus Freihung testet seine Verkleidung für den Weiberfasching. Verkäuferin Karin Hofmann steht ihm beratend zur Seite. Wenn die närrischen Tage ihren Höhepunkt ansteuern, kommt es durchaus vor, dass das Fachgeschäft Wyrobisch in Neustadt 10 wegen Überfüllung zusperren muss. Bild: roa
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
06.02.2015
18
0

Wenn Mann und Frau gemeinsam einkaufen, gibt es Streitpotenzial. Bei dieser Shopping-Tour haben aber alle Spaß: Wenn die Gattin ihrem Holden hilft, sich ins weibliche Geschlecht zu verwandeln, fallen Sätze wie: "Geht der Gürtel umme um dein Ranzn?" Auch in Sulzbach-Rosenberg ist Faschingsendspurt - und Hochkonjunktur im Maschkerer-Fachgeschäft Wyrobisch.

Im geräumigen Laden in der Neustadt 10 hat man sich seit 15 Jahren auf Faschingsverkleidungen spezialisiert. Tausend Kostüme hängen auf rund 200 Quadratmetern. "Es kommen Kunden von überall her, Hof, Bayreuth, Nürnberg, München, sogar aus Köln war ein Herr da, der in Amberg einen dienstlichen Termin hatte", sagt Ingrid Wyrobisch.

Neue Brüste angepasst

Sie ist die Tochter des Firmengründers, und heute gemeinsam mit ihrer Schwester Dagmar Schinke Inhaberin. Beide wissen alles über die Trends im Fasching: "Die Bälle haben mittlerweile wieder alle ein Motto", erklärt Schinke. Steinzeit, Märchen, Royals, Safari oder Weltall - der Fantasie seien keine Grenzen gesetzt. "Die Leute feiern wieder mehr", beobachtet Dagmar Schinke, "und sie lieben es, sich zu verkleiden." Das merkt man: Die Stimmung im Laden ist gut. Kunde Oskar Götz (Freihung) bekommt gerade in Anwesenheit seiner Gattin von Verkäuferin Karin Hofmann neue Brüste angepasst.

Auf den Weiberfasching gehe er als Zigeunerin. "Das ist bei uns jedes Jahr Tradition: Alle Männer müssen als Frauen bedienen", erzählt Götz mit Perücke und winkt graziös in Richtung Spiegel. Seine Frau dagegen kommentiert: "Geht der Gürtel überhaupt umme um dein Ranzn?" Die Verkäuferin hat auch für Bauchumfänge eine Lösung und verwandelt den Herrn von Kopf bis Fuß in eine rassige Schönheit. Es macht ihm sichtlich Spaß. "Bei uns ist immer gute Stimmung", sagt Dagmar Schinke.

Keiner mehr rein

Manchmal sei sogar so viel los, dass der Laden für kurze Zeit zugesperrt werden müsse. "Dann lassen wir keinen mehr rein", verrät Ingrid Wyrobisch. Noch etwas orientierungslos irren Jürgen Postrach aus Hahnbach und Veronika Zinkl aus Winklarn (Landkreis Schwandorf) durch die Reihen. "Wir brauchen ein Kostüm für heute Abend", erklärt der junge Mann. Seine Freundin würde gern mal so aussehen wie eine Figur aus dem Film Tribute von Panem. "Uniformen sind eigentlich immer der Hit", erklärt Ingrid Wyrobisch.

Neu seien auch die gruseligen, blutenden Kittel. Kinder stehen nach wie vor auf Scherzartikel. Davon gibt's über 50 verschiedene, die meisten davon haben noch die gleiche Funktion wie vor zig Jahren: Stinkbomben, Juck-- oder Niespulver. Und wenn Ingrid Wyrobisch sich verkleidet, greift sie am liebsten zu etwas traditionellem: der Clownsnase. (Angemerkt, Faschingsendspurt)
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.