Gemeinde Christuskirche: Gottesdienst "Unser Kreuz hat keinen Haken"
Farben für Toleranz und Vielfalt

Pfarrer Dr. Roland Kurz präsentierte den symbolhaften bunten Regenschirm. Bild: gac
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
20.11.2014
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"Unser Kreuz hat keinen Haken" war das Thema des Hauptgottesdienstes in der Christuskirche. Stadtpfarrer Dr. Roland Kurz spannte einen großen bunten Regenschirm auf und wies auf den Spruch hin, der darauf stand: "Gottes Farben für Toleranz und Vielfalt - Evangelische Kirche".

Das sei eine klare Absage an eine einfarbige Welt - erst recht, wenn diese braun ist und die Einfarbigkeit mit Gewalt und Terror durchgesetzt werden soll. Zugleich sei es die Aufforderung, mit den eigenen Farben einen Beitrag zu einer bunten Welt zu leisten.

Alle Menschen sind anfällig für extremistische Ansichten, stellte Dr. Kurz in seiner Predigt fest, zumal Extremisten häufig Lösungen präsentierten, die auf den ersten Blick einfach und einleuchtend sind. Meist stellten sich die Extremisten als die Guten, die Fürsorglichen dar. Die Menschen auf der anderen Seite hingegen seien in ihren Augen gar keine Menschen mehr, sie hätten kein Recht auf Leben und müssten weg.

"Aber in den Augen Gottes ist jeder Mensch kostbar", betonte der Prediger, deshalb achten Christen die Würde jedes Einzelnen. Aus Gottes Sicht sind alle Menschen Schwestern und Brüder, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe, Sprache, Religion oder Gesinnung. Deshalb heißt es im Doppelgebot der Liebe: Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst, also nicht nur den Genossen oder gar den "Volksgenossen".

Die Kirche wolle ihren Einfluss nicht auf Kosten anderer ausweiten, sondern trete dafür ein, dass die Welt bunt bleibt. Zu einer bunten Welt gehörten auch Farben, die sich von der eigenen deutlich unterscheiden. Deswegen sei auch der Regenschirm gerade nicht evangelisch-violett, sondern bunt. "Denn unsere Welt ist bunt wie der Regenbogen, der leuchtend am hohen Himmel stand", schloss der Geistliche.

"Wir erleben Hetze gegen Angehörige anderer Religionen. Gott, gib uns Furchtlosigkeit für klare Positionen gegen diesen Ungeist", erbaten Dr. Kurz und Lektorin Gabi Müller in den Fürbitten.
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