Geschichte wird weiblicher

Der neue Vorstand (vordere Reihe, von links): Daniel Butz, Peter Ostermann, Tanja Weiß, Maria Faltenbacher; hintere Reihe: Günter Weiß, Wolfgang Fischer, Birgit Gnahn, Altbürgermeister Gerd Geismann, Renate Lösch. Bild: rlö
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
04.03.2015
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Ein Haufen rauer Haudegen und verwegener Marketenderinnen, geführt von zarter Frauenhand? Im Mittelalter wäre das - sieht man vom Ausnahmefall der Johanna von Orleans ab - schier undenkbar gewesen. Kein Problem hingegen für die historische Gruppe Stiber-Fähnlein: Sie wählte Tanja Weiß zu ihrer neuen Vorsitzenden.

Das aufrechte Fähnlein der Geschichtsbewussten tagte beim "Bartl", wo der bisherige Vorstand bei der Hauptversammlung eine beeindruckende Bilanz vorlegte. Ellenlang die Liste der Veranstaltungen, Feste und repräsentativen Anlässe, die ohne die Stiberer in der Herzogstadt, aber auch weit darüber hinaus schier undenkbar wären.

Der bisherige Vorsitzende Helmuth Singer, der aus persönlichen Gründen sein Amt zur Verfügung stellte, blendete in Kooperation mit Notarius Maria Faltenbacher zurück auf die zahllosen Auftritte der Stiber-Leute oder der Ritterschaft von Comitas Sultzpach bei diversen historischen Großveranstaltungen, bei Weihnachtsmärkten, Jahresempfängen, bei Osterbrunnen, Walpurgisnacht, Themenführungen, Kinderveranstaltungen, im Stadtmuseum oder beim Patenverein in Cadolzburg.

Tanzgruppe und Feuer

Nicht weniger beeindruckend das Arbeitspensum der Tanzgruppe Laetissime Saltemus und der Feuerkünstler von Ardere Lilium, über das Judith Gruber und Thomas Aichinger als verantwortliche Leiter berichteten. Hinzu gesellen sich viele vereinsinterne Veranstaltungen, bei denen die Ausrichtung des großen historischen Lagers beim jährlichen Altstadtfest die zentrale Rolle spielt.

Auch mit der Oberpfälzer Tafelrunde, zu der sich einmal im Jahr alle oberpfälzischen historischen Gruppen treffen, setzten die Stiberer im vergangenen Jahr im Zollhaus neue Maßstäbe. Daniel Butz ließ die Aktivitäten der Rittergruppe "Comitas Sultzpach" Revue passieren, bei der aktuell 22 junge Leute engagiert zur Sache gehen. Sie machten sich auch verdient bei Arbeitseinsätzen und Pflegearbeiten auf der Schanz, beim Bau eines neuen mittelalterlichen Badehauses, im Stiberturm oder in der Vereinswerkstatt.

Vor dem Bericht von Säckelmeister Peter Ostermann über die Vereinsfinanzen bescheinigte Bürgermeister Michael Göth dem Stiber-Fähnlein, mit seinen vielfältigen Aktivitäten ein hervorragender Botschafter der Herzogstadt und ihrer reichen Geschichte zu sein. Die Gruppe erfreue sich daher auch in der Bevölkerung größter Wertschätzung.

Dank im Mittelpunkt

Ostermann wie auch Singer versäumten nicht, sich bei allen aktiven Helfern, bei den Arbeitsteams zum Altstadtfest und zu den Marktsonntagen sowie bei allen Spendern und Sponsoren zu bedanken. Dem Ehepaar Angelika und Heinz Presl dankte Helmuth Singer für die langjährigen Dienste als Vereinsheimwarte mit einem Präsent. Dem Revisionsbericht von Renate Lösch folgte die einstimmige Entlastung.

Die neue Vorsitzende Tanja Weiß erklärte, die Verankerung der Gruppe Stiber-Fähnlein in der Epoche des 15./16. Jahrhunderts - auch in punkto Gewandung bei repräsentativen Anlässen - sei ihr ein zentrales Anliegen. Mit dem 700. Geburtstag von Kaiser Karl IV. stellt sich im übrigen für das Jahr 2016 ein historisch sehr bedeutsames Thema. Die Arbeit wird beim Stiber-Fähnlein also nicht ausgehen, getreu dem Vereinsmotto "Zukunft braucht Herkunft".
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