Gewalt im Ansatz erkennen

Dr. Jens Hoffmann, Leiter des Instituts "Psychologie und Bedrohungsmanagement" in Darmstadt, beeindruckte die Experten mit seinem Vortrag. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
09.04.2015
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Schwere Gewalttaten, Schüsse, Bedrohung über soziale Medien - das Bild der Schulen hat sich gewandelt, die aktuelle Herausforderung wächst. Psychologen, Wissenschaftler und Polizeibeamte lernten und diskutierten an der Fachhochschule. Ziel: Gewalt rechtzeitig erkennen und verhindern.

"Schwere, zielgerichtete Gewaltlagen an Schulen" - zu diesem Thema lief ein hochkarätig besetztes Symposion an der Polizei-Fachhochschule: Die Beratungsstellen Oberbayern West, Ost und Oberpfalz, die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege (Fachbereich Polizei) und die Polizeipräsidien Oberbayern-Nord und Oberpfalz luden auch zu einer inhaltsgleichen Veranstaltung am Studienstandort Fürstenfeldbruck. Proppenvoll präsentierte sich der Hörsaal der Fachhochschule in Sulzbach-Rosenberg, über 250 Teilnehmer lauschten interessiert: staatliche Schulpsychologen und Beratungslehrkräfte, Studierende der Polizeifachhochschule sowie Dienststellenleiter und Schulverbindungsbeamte.

Ausgewiesene Experten

Weiterqualifizierung zum Thema "Gewalt an Schulen" vor dem Hintergrund neuer Erkenntnisse und Entwicklungen stand im Mittelpunkt, die Tagung diente dem Erfahrungs- und Meinungsaustausch und der Weitergabe von aktuellen Informationen.

Der Leiter des Studienortes, Regierungsdirektor Stefan Loos, übergab die Moderation Franz Bumeder vom Bayerischen Rundfunk. Zunächst stellten drei ausgewiesene Experten ihre Fachgebiete und Arbeitsschwerpunkte vor: Professor Dr. Herbert Scheithauer von der Freien Universität Berlin befasst sich mit Androhungen von schweren Gewalttaten wie "School Shootings" und vermittelt Handlungskompetenzen im Umgang mit solchen Androhungen. Schulpsychologen und -sozialarbeiter oder Polizeibeamte sollen krisenhafte Entwicklungen von Schülern frühzeitig erkennen können. Dr. Jens Hoffmann, Leiter des Instituts "Psychologie und Bedrohungsmanagement" (Darmstadt), forscht seit 2002 im Bereich der Prävention von schwerer Gewalt und Amok an Schulen. Ein von ihm entwickeltes Konzept wird auch an deutschen Schulen eingesetzt.

Beispiel Winnenden

Er wies auf neue Entwicklungen hin. So habe beispielsweise bedrohliches Verhalten in der virtuellen Welt stark zugenommen. Wissenschaftlich fundierte Einschätzung des bedrohlichen Verhaltens bei Schülern war weiterer Schwerpunkt.

Polizeioberrat Carsten Höfler, Zentralstelle des Innenministeriums Baden-Württemberg, ging anhand der Amoktat von Winnenden auf Rolle und Bedeutung der Medien für Nachahmungstäter ein. Höfler stellte dabei Einflussfaktoren heraus, die Nachahmung fördern, und gab Präventionstipps. Der Initiator des Symposions, Studiendirektor Hanns Rammrath von der Schulberatungsstelle Oberpfalz, zog nach den beiden Tagungen ein positives Resümee.
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