Gleich ein Hörgerät besorgt

Das leuchtende Hängematten-Logo darf als Zeichen der Hoffnung und des Aufbruchs gewertet werden: Herzogstädter aus den unterschiedlichsten Gruppierungen schließen sich zusammen, um Flüchtlingen und Asylbewerbern zu helfen. Und dies auf ganz unbürokratische und direkte Weise. Bild: phl
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
03.12.2014
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Hier stehen nicht nur Worte im Vordergrund, hier wird sofort gehandelt: Das Schicksal von Flüchtlingen ist der Initiative "Sulzbach-Rosenberg hilft" nicht gleichgültig. Nach der Koordination folgt nun die Aktion. Und für den Kreis der freiwilligen Helfer gibt es sicher keinen Aufnahmestopp.

Die Bürgerinitiative "Sulzbach-Rosenberg hilft!" um Initiator Hans Lauterbach traf sich erneut in der Hängematte und informierte über den aktuellen Stand. Der Saal war voll besetzt, das Interesse groß. Die Gruppen erläuterten jeweils ihre Aktivitäten.

Die Initiatoren sind hoch erfreut über den großen Zuspruch aus der Bevölkerung. Die Herzogstadt zeige, dass sie Menschen in Not nicht im Stich lassen wird. Auch Betroffene selbst waren zu Gast und berichteten von den Gründen ihrer Flucht und wie sie in Sulzbach-Rosenberg angekommen sind.

Zehn Menschen, die aus Syrien vor Krieg und Zerstörung geflohen sind, informierten über die dramatischen Umstände, die sie dazu trieben, ihr Heimatland zu verlassen.

Große Sorgen

Viele haben keinen Kontakt mehr zu ihren nächsten Angehörigen. Deutschkurse seien Mangelware. Und auch was Schulbesuche und Beschäftigungsmöglichkeiten anbelangt, machen sich die Betroffenen große Sorgen. Allgemein beschreiben viele ihre Situation als sehr belastend wegen der großen sozialen Unsicherheit. Ein Flüchtling aus Syrien beispielsweise bräuchte dringend ein Hörgerät.

Aufgrund von Sprachbarrieren und Unsicherheit bei Behördengängen sind die Betroffenen jedoch damit überfordert, wie sie an die benötigten Hilfen kommen. Das Plenum in der Hängematte leitete dann auch gleich die Anschaffung des Hörgeräts in die Wege. So einfach kann es sein, zu helfen. Im Anschluss waren die Arbeitsgruppen an der Reihe. Diese hatte man aus dem letzten Plenum heraus gebildet, um der Initiative eine Organisationsstruktur zu geben und zielgerichtetes Arbeiten zu ermöglichen.

Derzeit existieren folgende AGs: Öffentlichkeitsarbeit, Praktische Arbeit und Aktive Arbeit. Die AG Öffentlichkeitsarbeit ist derzeit mit einem Info-Flyer beschäftigt, der über die gängigsten Vorurteile gegenüber Flüchtlingen aufklären soll und Fakten dagegenhält. Das Flugblatt soll zeitnah vorgestellt und anschließend in der gesamten Herzogstadt verteilt werden. Auch eine Homepage ist im Entstehen.

Sprachkurse folgen

Die praktische Gruppe organisiert derzeit Sprachkurse für Flüchtlinge. Auch eine Tauschbörse sowie Fahrdienste sind im Aufbau. Denn viele Flüchtlinge haben weder die finanziellen Mittel für den Bus noch ein Fahrrad oder ähnliches zur Verfügung, müssen jedoch Behördengänge auch außerorts wahrnehmen. Die Fahrdienste seien daher Gold wert, und es existiere bereits ein Netzwerk aus aktiven ehrenamtlichen Helfern.

Die aktive Gruppe arbeitet unter anderem an Kennenlerntreffen mit den Betroffenen. Außerdem bemüht man sich, den hier angekommenen Menschen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung zu eröffnen. Hier ist auch eine intensive Zusammenarbeit mit den Vereinen vorgesehen. Das bisherige Echo in der Herzogstadt sei durchwegs positiv und macht Hoffnung.
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