Globalisierung im evangelischen Religionsunterricht
Billig-T-Shirts haben einen hohen Preis

Die beiden Referenten Christoph Steinbrink und Marita Matschke bestritten auf Einladung von Alexandra Müller und Grete Wedel (von links) inhaltlich die Fortbildung. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
30.12.2014
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Ursprünglich fast ausschließlich aus dem Blickwinkel der Wirtschaft betrachtet, wird Globalisierung immer mehr als ein umfassendes soziales wie kulturelles Phänomen betrachtet. Vor diesem Hintergrund wandten sich alle im Dekanat Sulzbach-Rosenberg evangelischen Religionsunterricht erteilen Lehrkräfte, Religionspädagogen, Katecheten, Diakone und Pfarrer dieser Thematik zu.

"Eine Welt im Klassenzimmer - Globales Lernen in der Praxis" war diese Fortbildung betitelt, geht aus einer Pressemitteilung hervor. Aufgegriffen wurden demnach beispielsweise Inhalte wie ausbeuterische Kinderarbeit oder Nachhaltigkeit, um sie in den schulischen Religionsunterricht zu integrieren. Dass dieser Blick über den Tellerrand hinaus nötig, ja nahezu unverzichtbar sei, dafür plädierten gegenüber den 48 Teilnehmern die Referenten Christoph Steinbrink, Lehrbeauftragter für Pädagogik und Globales Lernen an der Ludwig-Maximilian-Universität München, und Marita Matschke, Projektreferentin für Globales Lernen beim Eine-Welt-Netzwerk Bayern.

Folgen bedenken

So habe beispielsweise der Kauf eines billigen T-Shirts nicht nur etwas mit dem eigenen Geldbeutel zu tun, sondern gleichermaßen mit Arbeits- und Lebensbedingungen in Fernost. Um solche Zusammenhänge der ungerechten Verteilung auf der Welt Schülern deutlich zu machen, so der Tenor der Fortbildung, sei ein gezieltes pädagogisches Konzept erforderlich. Es müsse darauf abzielen, die Fähigkeiten von Schülern dahingehend zu trainieren, sich in einer Weltgesellschaft zu orientieren und verantwortlich zu leben.

Die Referenten stellten vor diesem Hintergrund Methoden und Spiele vor, die eingeübt-gängige Blickwinkel ändern, verkrustetes Denken aufweichen und Probleme anderer oder andernorts erfahrbar machen können und sollen. Einige dieser Ansätze wurden auch gleich praktisch ausgetestet.

Fakten erlebbar machen

Statt Schülern beispielsweise nur nackte Zahlen oder Fakten an der Tafel zu präsentieren, könne auch im Klassenzimmer sichtbar und damit erlebbar gemacht werden, welcher Natur Grundprobleme wie beispielsweise die Bevölkerungsverteilung seien. Dazu eigne sich etwa das Konzept "Weltspiel", das Kinder sehr anschaulich umsetzen könnten.

Die Diskrepanz zwischen objektiven Fakten und subjektivem Empfinden erschließe sich sofort und lege damit den erlebbaren Grundstock für eine Diskussion. Darüber, so Steinbrink, stehe die Erkenntnis, dass "Vieles auf der Welt menschengemacht, also auch durch Menschen wieder veränderbar ist".
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