Gottes Botschaft in Wort und Klang

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
17.12.2014
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Hat sich etwas verändert im Verhalten der Menschen seit der Herbergssuche von Maria und Josef zur Situation heute? Diese Frage stand im Raum beim Adventssingen des Heimat- und Trachtenvereins "Stamm" in der Kapelle St. Johannis in Stifterslohe. Antwort versuchte Konrad Stauber zu geben.

Sich auf den Weg machen, Gewohntes zurücklassen und öffnen für Neues sowie die Botschaft Gottes begreifen, war der Tenor der Veranstaltung.

Klein aber fein und weihnachtlich geschmückt präsentierte sich das kleine Gotteshaus in Stifterslohe den vielen Besuchern des Abends. Bischöflich Geistlicher Rat und Stadtpfarrer i.R. Lorenz Hägler forderte am Beginn des vorweihnachtlichen Singens und Musizierens die Zuhörer auf, sich zu öffnen für das Geheimnis der Menschwerdung Gottes, das "Ja-Wort" über die Lippen zu bringen wie die Gottesmutter Maria vor über zweitausend Jahren.

Angenehme Schwingungen

Ob "Tegernseer Menuett", "Allegretto" oder "Mitterndorfer Redutt", Lydia und Susanne Zagel (Zither und Flöte), Sabine Stümpfl (Hackbrett) und Bernadette Strobl (Gitarre) versetzten mit ihren stimmungsvoll getragenen Musikstücken den umgebenden Kirchenraum in angenehme Schwingungen. Den Spaziergang in die Vergangenheit und zum Beginn der Heilsgeschichte begleiteten mit alten Volksweisen wie "A alte Prophezeiung", "Magnificat" oder "Der Heiland ist geboren" der Zweigesang des "Stamms", unterstützt von Dr. Sabine Morgenschweis.

Die Präsenz der Geschehnisse vor über zweitausend Jahren wurde gegenwärtig durch die sechs Textbeiträge von Konrad Stauber. Er berichtete vom Aufbruch des Volkes Israel, seinem langen Weg durch die Wüste, von Abraham und Mose, die zu Gestalten des Glaubens wurden. Danach geleitete er die Zuhörer mit behutsamen Worten in die feine, berührende Menschlichkeit der Gottesmutter Maria hin.

Danach erzählten Texte und musikalische Beiträge von der Heilsgeschichte. Nachdenklich stimmte die Herbergssuche von Maria und Josef damals in Bethlehem und die Situation heute. "Das Geheimnis, dass Gottes Ankunft bevorsteht, sollte froh stimmen", meinte der Lektor.

"Kein Platz"

Im Evangelium heißt es kurz und knapp: "In der Herberge war kein Platz für sie." Dort, wo Geborgenheit auf den Schildern stand, fanden die beiden keine Bleibe. "Wie sieht es heute mit der Herbergssuche der Menschen aus? Öffnen wir unsere Türen noch für andere oder machen wir erst gar nicht mehr auf, wenn es klingelt? Können wir noch vertrauen oder ist unser Misstrauen den Menschen gegenüber so groß geworden, dass wir Gastfreundschaft, einen sicheren Ort, Wärme und Geborgenheit nicht mehr geben wollen? Lassen wir Gott selbst ankommen in dieser Welt, in unseren Herzen?" Dies waren Gedanken und Anregungen in der Adventszeit, die Mitmenschen und Gott nicht zu vergessen.

Der musikalische Abend wurde beschlossen mit der "Weihnachts-Arie" und dem gemeinsamen Lied "Der Engel des Herrn". Am Ende gab es reichlich Applaus für die Akteure. Alle waren anschließend zu einem Umtrunk vor der Kapelle eingeladen.
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