Griechischen Blues im Herz

Mantarlis, der Sänger (links), Sigi Hoga mit der E-Gitarre ud Reiner Grüttner mit der Bouzouki zelebrieren den griechischen Blues. Bild: hka
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
30.11.2014
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Die Probleme des kleinen Mannes waren in den USA und in Griechenland früher sehr ähnlich. Und hier wie da goss man sie in Lieder. Der amerikanische Blues wurde zum griechischen Rembetiko. Beim Griechen um die Ecke hört man diese Musik nicht, wohl aber auf der Bühne des Seidel-Saals.

"Mantarlis & I Fili" nennen sie sich, Freunde aus dem fränkischen Schwabach, die mit dem in Griechenland geborenen Thomas Mantarlis ungewöhnliche Musik machen: griechische Folklore, gemischt mit westlichem Rock und afro-amerikanischem Blues. Mantarlis als Sänger und Plauderer und seine fünf Bandmitglieder sind im Raum Nürnberg längst eine feste Größe der "Welt-Musik". Im Seidel-Saal machen sie ihr Publikum mit Rembetiko vertraut, dem so genannten griechischen Blues. Sie beginnen und enden mit Mikis Theodorakis. Dazwischen, fast drei Stunden lang, gibt es Musik und Texte nur von Thomas Mantarlis.

Leben einfacher Leute

Er stammt aus dem Norden Griechenlands, wo seine Familie seit Generationen nicht nur für, sondern auch von der Musik lebt. Als Komponist und Texter greift er mit Rembetiko einen Musikstil aus der Volksmusiktradition auf, der anfangs des vergangenen Jahrhunderts seine Blütezeit hatte. Er erzählt aus dem Leben der einfachen Leute wie seiner Oma Anastasia, die ihn, das Kind von Gastarbeitern in Deutschland, aufgezogen hat.

Weil er überwiegend griechisch singt, schildert er den Inhalt seiner Lieder, von der Schwester, die jung gestorben ist , von den Problemen zwischen Mann und Frau, von Liebe und Trennung, von Glück und Schmerz.

Poetisch sind die Texte, manchmal - wie Mantarlis selber bekennt - schnulzig. "Aber", sagt er, "so sind wir Griechen". Andererseits entstand mit dem Rembetiko eine sehr ausdrucksstarke Musik, die das Leid der Gestrandeten und Gescheiterten widerspiegelt. "Ich möchte, dass du lachst" als Sirtaki, "Komm mit" als Blues, folkloristischer Dreivierteltakt und griechisch-heißer Rock - schließlich werden sogar die Mutter Maria und der Herrgott um Schutz und Kraft gebeten.

Bunte Mischung

Was aber wären seine Lieder ohne die Fili, die Freunde, die mit dem spannenden Zusammenspiel ihrer Instrumente eine faszinierend bunte musikalische Mischung erzeugen. Sie alle, Stefan Landgraf am Schlagzeug, Günther Busch mit der Bassgitarre, Johannes Bimüller am Keyboard, Reiner Grüttner mit Akkordeon und Bouzouki und Sigi Hoga mit der E-Gitarre, sind Amateure, die ihre Instrumente aber professionell beherrschen.

Klasse Solisten

Insbesondere gilt das für den Saitenmeister Hoga, den "Hilpoltsteiner Carlos Santana", aber auch für den Bouzouki-Virtuosen Grüttner, dem man den Griechen viel eher abnehmen würde als einen "echten Bayern". Zusammenspiel, Soli und Background für Mantarlis Lieder lassen das Konzert gelingen.

Mantarlis dankt dem begeistert klatschenden Publikum und kündigt zum als Zugabe noch einmal Mikis Theodorakis an. Sirtaki! Das elektrisiert die Gruppe vom Amberger Griechen-Freundeskreis "Philia": tanzend ziehen sie durch den Seidel-Saal. Sie alle sind nicht nur längst "I Fili" von Ambergs griechischer Partnerstadt, sondern nun auch von Thomas Mantarlis und seiner Band.
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