Großartiges an Menschlichkeit

Dekan Walter Hellauer begrüßte als Vertreter der Gesellschafter der Ökumenischen Sozialstation die Vertreter der Pflegeeinrichtungen, der Medizin, der Politik und der Wirtschaft im Rathaussaal. Bilder: cog (3)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
29.09.2014
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Eine "Kultur des Vertrauens" forderte er, die Arbeit in der Altenpflege müsse attraktiver werden: Bundestags-Vizepräsident Johannes Singhammer sprach im Rathaussaal zum Thema "20 Jahre Gesetzliche Pflegeversicherung". Er kündigte bessere Leistungen an.

1994 wurde die Einführung der Pflegeversicherung als fünfte Säule der Sozialversicherung beschlossen. Damals war sie nicht unumstritten, und auch heute wird immer wieder Veränderungsbedarf festgestellt. Bei einem Vortrag mit anschließender Podiumsdiskussion von Fachleuten zog die Ökumenische Sozialstation ein Resümee über zwanzig Jahre Pflegeversicherung und versuchte einen Ausblick.

Zahlreiche Vertreter der Pflegeeinrichtungen, der Medizin, der Politik und der Wirtschaft waren im Rathaussaal versammelt, als Bundestags-Vizepräsident Johannes Singhammer über die Entstehung und die heutigen Herausforderungen der Pflegeversicherung referierte. Singhammer blickte auf die Vorgeschichte zurück. Damals gab es Diskussionen, ob eine weitere Versicherung überhaupt gebraucht werde - heute sei das unbestritten.

In den 20 Jahren ihres Bestehens wurde die Pflegeversicherung ausgebaut und dynamisiert, es gab viele Leistungsverbesserungen, insbesondere auch für Demenzkranke. Künftig soll es fünf Pflegestufen geben. Die Leistungen für häusliche, Kurzzeit- und Verhinderungspflege sollen verbessert werden.

Patienten-Zahl wird steigen

Singhammer richtete die Aufmerksamkeit besonders auf die Pflegekräfte, die für ihren schweren Dienst mehr Anerkennung brauchen. Sie sollten nicht noch weiter mit überzogener Bürokratie belastet werden, vielmehr müsse man zu einer "Kultur des Vertrauens" zurückkehren. Die demographische Entwicklung werde die Zahl der Pflegebedürftigen weiter ansteigen lassen. "Es ist aber schon heute ein Problem, Pfleger zu finden, weil dieser Beruf dem Menschen alles abverlangt.

Singhammer schlug deshalb vor, den Beruf attraktiver zu machen: Ausbildung kostenfrei sein, angemessene Vergütung für Altenpfleger, Entlastung durch bessere Personalschlüssel und den Abbau von Bürokratie, bessere Aufstiegschancen. Das Thema Pflege werde die Gesellschaft noch mehr beschäftigen, als man vor 20 Jahren dachte. Die Ökumenische Sozialstation habe Erfahrungen gesammelt, die andere übernehmen können, meinte der Referent anerkennend. Er schloss: "Ich möchte Ihnen, die in der Pflege tätig sind, danken, denn Sie leisten Großartiges an Menschlichkeit!"
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