Grün, attraktiv und digital

Die Karte der Innenstadt ist voller Projekt-Fähnchen: Viele Baustellen tun sich auf im ISEK-Gutachten. Und jede einzelne ist einer genauen Untersuchung wert. Bilder: Gebhardt (4)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
19.03.2015
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Offene Innenhöfe laden zum Schauen ein. Sanierte Häuser mit hohem Wohnwert locken Mieter an. Die durchlässige, attraktive Altstadt bietet Touristen herrliche Impressionen von der Allee aus: Das alles ist ISEK. Das Konzept zur Stadtentwicklung geht jetzt in seine Umsetzungsphase. Und die Bürger machen weiter kräftig mit.

"Die Altstadt ist der Diamant Ihrer Stadt - es lohnt sich, ihn zu schleifen und zu polieren." Jens Gerhard vom beauftragten Planungsbüro "u.m.s. Stadtstrategien" verstand es, die Ergebnisse des Mammutprojektes übergreifend darzustellen. Bei der zweiten Bürgerinformation zum "Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept" (ISEK) zur Altstadt diskutierten die Bürger im Rathaussaal eifrig mit. Drei Projekte dokumentierten die Referenten an den Schautafeln: Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn sprach über Denkmalschutz und Stadtsanierung, Klaus Kurz vom Stadtbauamt über Einzelhandel, Tourismus und soziale Infrastruktur, Jens Gerhard hatte sich Öffentliche Räume und Verkehr zum Thema gesetzt.

Die Beiträge und Themen überlagerten sich teilweise, trotzdem brachten die Bürger im Saal, die größtenteils schon in den Themenforen mitgearbeitet hatten, noch einmal viele Ideen ein. Das ging von Förderung privater Sanierung über Bekämpfung von Leerständen bis zu der Idee, Innenhöfe zu begrünen und zusammenzulegen. "WLAN im öffentlichen Raum und in der Gastronomie ist ein oft genanntes Thema", erklärte Klaus Kurz, ebenso der Zugang zum Liliencenter, Storg-Gebäude mit Umfeld, Beleuchtung zwischen Bahnhof und Stadt und Kennzeichnung der Wegeverbindungen.

Auch abschließbare Fahrrad-Boxen für Touristen kamen ins Spiel. Vielfach wünschten sich die Diskussionsredner eine neue, besser und umfangreicher gestaltete Stadt-Homepage, in der auch die Gastronomie besser herausgehoben wird.

Lange Listen

Öffnungszeiten der Läden, das Angebot in der Innenstadt und Ansprechpunkte für Touristen auch am Wochenende standen auf der Liste. Ins Spiel kam die Reaktivierung früherer Fußweg-Verbindungen in der Altstadt, etwa von der Rosenberger Straße zum Bühl oder zur Kunst-Fischer-Gasse und hinaus zur Allee. Das herzogliche Schloss biete enormes Potenzial, nicht nur auf dem Tourismussektor - ein Dialog mit dem Freistaat als Besitzer wäre nötig. Schließlich sollte auch, so hob Jens Gerhard hervor, die Storg-Kreuzung umgestaltet werden: Klar erkennbar müsse die Einfahrt zur Altstadt "abgehängt" werden vom abbiegenden B 14-Verlauf. Auch im Bachviertel konnte er sich die Integration des dort fließenden Wassers gut vorstellen. Der Kugelplatz soll als "gute Stube der Stadt" aufgewertet werden mit Gastronomie, Grün und besserer Verkehrsführung.

Jetzt in den Stadtrat

Bürgermeister Michael Göth freute sich über die rege Teilnahme. Er wird das ISEK-Ergebnis nun dem Stadtrat vorstellen zur endgültigen Absegnung. Veranschlagt ist einiges an Kosten: Bis 2020 laufen bei allen Maßnahmen gesamt rund 5,7 Millionen Euro auf. Über die Höhe der Förderungen kann noch keine Aussage getroffen werden.

"Das ist nicht das Ende, sondern ein Anfang: Wenn Ihnen an einem Projekt etwas liegt, dann engagieren Sie sich, kommen Sie und sprechen es an!", forderte Jens Gerhardt am Ende die Bürger auf.
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