Grüne bei Visite in der Sulzbacher Synagoge
Reaktionen aus der ganzen Welt

Gerne gab Altbürgermeister Gerd Geismann (Zweiter von links) seinen Informationsfundus an Jürgen Mistol (links) und die Besucher weiter. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
29.04.2015
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Seit September 2013 erfreut sich die Herzogstadt mit der Synagoge über ein besonderes Juwel mit wertvollem Kulturerbe. Diese fristete ihr Dasein lange im Dornröschenschlaf und stellt nun eine attraktive Sehenswürdigkeit dar. Sie verdankt diesen Umstand wohl auch, dass sie bei den Entgleisungen während der NS-Zeit in Sulzbach durch glückliche Umstände verschont blieb.

Geführt von Geismann

Bekannte Persönlichkeiten wie Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, waren deshalb schon Gast in der Herzogstadt. Nun besuchte auch Landtagsabgeordneter Jürgen Mistol (Bündnis 90/Die Grünen) aus Regensburg zusammen mit der Stadtratsfraktion die Erinnerungs- und Begegnungsstätte unter der fachkundigen Führung von Altbürgermeister Gerd Geismann.

Die Bau- und Nutzungsgeschichte der Synagoge wird an Hör- und Computerstationen dargestellt und mit Originalexponaten ergänzt. In den Schaukästen wird nicht nur die große jüdische Tradition und Kultur in Sulzbach wieder lebendig, sondern auch die europaweit große Bedeutung der hebräischen Druckereien und der Bibelstadt Sulzbach.

Christen und Juden druckten hier zeitgleich ihre heiligen Schriften, was durch die Toleranz von Herzog Christian August möglich war. "Wir erhalten laufend Reaktionen aus der ganzen Welt", stellte der Altbürgermeister fest. So hat auch eine Nachfahrin aus der alten Synagogengemeinde einen Kidduschbecher, den sie bei ihrer Emigration nach Amerika 1939 rettete, zurück nach Sulzbach-Rosenberg gegeben.

Mit Leader-Mitteln

Tief beeindruckt zeigte sich Mistol über die gute Wiederherstellung des historischen Innenraums, einschließlich der raumprägenden Kuppel sowie der Außenfassade mit schmucken Verzierungen. "Mit Sicherheit sind die EU-Leader-Gelder für dieses Projekt zu Recht vergeben worden", bilanzierte Mistol. Leader ist ein Förderprogramm, das mit Mitteln aus EU-Töpfen und Bayerns die Entwicklung im ländlichen Raum unterstützt. Neben der Synagoge wurde in Sulzbach-Rosenberg auch der Seidel-Saal saniert, sowie über 20 andere Projekte im Landkreis.
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