"Gut, dass die Schule zu war"

Der Tempelbezirk von Patan - die Heimatstadt von Leesa Shrestha - ist teilweise zerstört oder stark beschädigt. Rechts ist noch der fast unbeschädigte Königspalast zu erkennen. Der Samstag wird auch in Nepal zum Gebet in den Heiligtümern mit alter Bausubstanz genutzt - das könnte für viele Menschen zum Verhängnis geworden sein. Neuere Häuser hielten größtenteils stand. Bild: dpa
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
29.04.2015
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Endlich trafen am Dienstag via Handy die ersten positiven Nachrichten aus dem nepalesischen Patan in der Herzogstadt ein: Mutter und Schwester von Leesa Shrestha, die in Illschwang eine Ausbildung macht, sind am Leben. Sie hatten Glück, viele Tausend andere nicht. Das Erdbeben am Dach der Welt fordert nun Solidarität. Der Verein "Wir helfen Nepal" will mit Spenden die Not lindern.

Es herrschte eine beklemmende Situation beim Pressegespräch am Montag (wir berichteten), zu unklar waren die Schicksale der Angehörigen und Freunde in Nepal im Raum Patan und Gerkhutar. Der fast völlige Zusammenbruch der Infrastruktur, die mit europäischen Verhältnissen vielerorts nicht einmal ansatzweise zu vergleichen ist, hemmte natürlich auch den Informationsfluss. Fünf Tage nach dem verheerenden Beben ist die weltweite Hilfe angelaufen - und steht wegen des überlasteten Flughafens in der Hauptstadt Kathmandu vor weiteren logistischen Problemen.

Für die im Himalaya-Haus in der Neustadt beschäftigte 24-jährige Mona Tamang zählten natürlich in erster Linie Nachrichten über die Situation ihrer Familie im Heimatort Betrawati: "Meine Angehörigen müssen im Freien leben, die Häuser meiner Eltern und das meiner Schwester sind zerstört." Diese Informationen erhielt sie von einem Freund per Handy. Wie sie weiter schilderte, ist ihr ganzes Dorf dem Erdboden gleichgemacht, es gab viele Tote, die medizinische Versorgung sei sehr dürftig.

Zum Weltkulturerbe

Leesa Shrestha (27), die gegenwärtig im Landhotel Weißes Ross in Illschwang zur Hotelfachfrau ausgebildet wird, stammt aus Patan, das mit Kathmandu eine Doppelstadt bildet. Sie konnte am Dienstag mit ihrer Mutter und Schwester telefonieren: "Allen geht es gut. Tagsüber sind sie im Haus, die Nacht verbringen sie im Zelt aus Angst vor Nachbeben." Besonders schwer beeinträchtigt sei auch die Altstadt von Patan mit ihren vielen Tempeln, die zum Weltkulturerbe zählen.

Manfred Härtl, Vorsitzender des Vereins "Wir helfen Nepal", verweist auf die verheerende Situation auf dem Land. Im nördlich der Hauptstadt gelegenen Dorf Gerkhutar, wo der Zusammenschluss eine Schule (Om Mane Public School) mit 240 Kindern betreibt, sind alle älteren Häuser eingestürzt. Bis dato seien ungefähr 25 Tote gezählt.

Stark beschädigt

"Glücklicherweise waren die Schule und öffentliche Einrichtungen samstags nicht geöffnet, denn sonst wäre das Ausmaß der Opfer sicher noch gravierender", sagt der Vorsitzende. Die Schule des Vereins stehe zwar noch, sei aber stark beschädigt. Dagegen wurde die staatliche Schule völlig zerstört.

"Hilfe ist nun auf allen Gebieten notwendig. Deshalb sammeln wir Spenden, um die größte Not vor Ort ohne Bürokratie zu lindern. Dabei helfen uns die familiären Kontakte", betont Härtl.
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