Gute Chancen fürs Überleben

Mitglieder der Freien Wähler Umland und Interessierte trafen sich beim Roten Kreuz, um sich aus erster Hand die Wirkungsweise eines Defibrillators erläutern zu lassen.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
22.09.2015
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Zuerst sollte man die Puls- und Herzfunktion des Bewusstlosen prüfen und über die Notfallnummer 112 professionelle Hilfe anfordern. Schnelle Hilfe verspricht vor allem eine Defibrillation.

Auf Einladung der Freien Wähler Umland (FWU) informierten sich zahlreiche Mitglieder und Interessierte, darunter die Stadträte Peter Bruckner und Thomas Stubenvoll, im Rot-Kreuz-Rettungszentrum über die Wirkungsweise eines Defibrillators, kurz Defi genannt.

FWU-Vorsitzender Peter Ehm begrüßte die Gruppe und dankte gleich dem Leiter der BRK-Bereitschaft, Erwin Gräml, dass er diesen Informationsabend selbst leitete. Der Rettungsprofi machte deutlich, dass ein plötzlicher Herzstillstand jeden zu jeder Zeit treffen könne, dann sei schnelle, lebensrettende Hilfe notwendig.

An öffentlichen Plätzen

Mittlerweile gebe es hierfür schon an vielen öffentlichen Plätzen und Einrichtungen automatisierte externe Defibrillatoren, die auch frei zugänglich seien. Gräml erläuterte, dass ohne Hilfe die Überlebenschance des Bewusstlosen pro Minute um sieben bis zehn Prozent sinke, mit dem Einsatz eines Defis, der durch einen gezielten Stromstoß dafür sorge, dass das Herz wieder in einem geregelten Rhythmus schlägt, steige sie hingegen auf über 90 Prozent.

Ohne Probleme bedienen

"So ein Defi kann selbst von Laien ohne Probleme bedient werden", verdeutlichte Gräml und erklärte die Funktionsweise praxisnah an einem Freiwilligen. Nach dem Öffnen des Geräts wird dessen Sprachsteuerung aktiviert, die dem Helfer sage, was er der Reihenfolge nach zu tun hat.

Oberkörper entkleiden

So muss zuerst die Kleidung vom Oberkörper des bewusstlosen Menschen entfernt werden und die Klebe-Elektroden nach Anweisung am nackten Oberkörper angebracht werden. Die Hinweise würden solange wiederholt, bis die Elektroden ein Signal vom Körper des Bewusstlosen erhalten und so die elektrische Aktivität des Herzens messen können. Das Gerät ermittelt dank seiner Programmierung ob eine Defibrillation notwendig ist oder nicht. Es gibt den elektrischen Schock nur dann frei, wenn tatsächlich ein Bedarf ermittelt wurde. Bereits vorher fordert das Gerät aber Helfer und Umstehende auf, Abstand zu halten und während der Schockabgabe den Körper des Patienten nicht zu berühren.

Je nach Ergebnis werde der Bediener des Geräts angehalten, entweder noch weitere Schocks auszulösen oder eine Reanimation durchzuführen. Dabei wird man durch den Defi aufgefordert, mit der Herzmassage zu beginnen und das Gerät gebe auch das Tempo vor. Im besten Fall schlage aber das Herz bereits nach der Schockauslösung wieder im richtigen Rhythmus und es kann auf das Eintreffen des Rettungsdienstes gewartet werden.

Praxisnahe Vorführung

FWU-Vorsitzender Peter Ehm bedankte sich für den ausführlichen Vortrag und die praxisnahe Vorführung des lebensrettenden Geräts und wies darauf hin, dass trotz der technischen Hilfsmittel vor allem auch persönlicher Einsatz und Wissen um die Erste Hilfe notwendig sei. An Erwin Gräml überreichte er als Dankeschön eine Spende der Freien Wähler Umland für die wertvolle Arbeit im Rettungszentrum. Eine Besichtigung der Bereitschaftsräume und der Fahrzeughalle schloss sich dem Vortrag an.
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