Handwerk - Zukunft der Jugend

Das ganze Potenzial des Handwerks schilderte Manfred Englhard (links) bei der Eröffnung den Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Bilder: Gebhardt (4)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
22.02.2015
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Die ersten Besucher kamen am Samstag schon um 10 Uhr, als noch gar nicht offen war: "Handwerk aktuell" hat goldenen Boden, das bewies sich am Wochenende, als hunderte Interessenten die Messe in der Berufsschule füllten. Die Organisatoren denken schon über eine größere Lokalität nach für künftige Präsentationen dieser Art.

Wie stark das Handwerk in Niederbayern/Oberpfalz vertreten ist, erklärte Manfred Englhard als Sprecher der Organisatoren: Über 30 000 Betriebe gebe es in diesem Bereich. Mehr als 200 000 Mitarbeiter erwirtschafteten 24 Milliarden Euro Umsatz.

16 600 Auszubildende seien beschäftigt, jährlich würden 6000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, davon 60 Prozent mit Haupt- und 30 mit Realschülern. 88 Prozent bestünden ihre Gesellenprüfung, etwa 1000 würden jährlich zur Meisterprüfung vorbereitet und ausgebildet. "Angesichts dieser Zahlen können Sie sich vorstellen, welche Wissenskraft hinter dem Handwerk steckt!", erinnerte Manfred Englhard.

Darauf ist Verlass

"Beeindruckende Zahlen!", meinte auch Landrat Richard Reisinger und anerkannte: "In der Krise 2009 haben wir gespürt, dass wir uns auf das Handwerk verlassen können!" Die Berufsschule sei gewissermaßen die "natürliche Umgebung" für eine Handwerksmesse. Er hoffe, dass sich der große Aufwand auch lohne und dankte für die Möglichkeiten, die sich beruflich für die Jugendlichen böten in einer zunehmend akademisierten Gesellschaft.

Stärken des Handwerks

Einen äußerst positiven Einblick ins heimische Handwerk sah Bürgermeister Michael Göth in der Vielzahl der Aussteller. 252 Handwerksbetriebe beherberge die Stadt Sulzbach-Rosenberg, 142 Azubis seien darin beschäftigt. Der Bürgermeister regte auch an, mit Rektor Peter Danninger von der Krötensee-Mittelschule zu sprechen, um die Messe eventuell dort in noch größerem Rahmen präsentieren zu können.

Was einheimisches Handwerk wert sei und was die beschäftigen könnte, das lerne man vielfach erst bei Auslandsaufenthalten schätzen, erinnerte der Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl (SPD). Eine Auswirkung des Qualitätsunterschieds sei zum Beispiel in der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Spanien zu sehen. "Das regionale Handwerk ist eine unserer großen Stärken!"

Auch Kreishandwerksmeister Johann Weber würdigte die hohe Besucherzahl der Messe und das umfassende Info-Angebot für Um- und Neubauten und energetische Sanierung. "Unser leistungsfähiges Handwerk bietet individuelle Lösungen." Manfred Englhard dankte abschließend dem Hausherrn, Oberstudiendirektor Reinhard Kretschmer für die Bereitstellung und Organisatorin Uschi Brauner für die Vorarbeit.

Tolle Tombola

Am Abend faszinierte die Gruppe "TrioLogie" aus dem Musik- und Kulturzentrum Rosenberg die Gäste mit fantasiereichen Stücken, gespielt auf ungewöhnlichen Instrumenten auch aus den Ausstellungsständen. Die Lose der reich bestückten Tombola fanden reißend Absatz, und die beiden Messetage bewiesen, dass das Handwerk in der Herzogstadt einen wahrhaft großen Stellenwert besitzt.
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