Heimatgefühle im Pott

Wo einst das Stahlwerk Phönix in Dortmund stand, breitet sich jetzt ein See aus, der seinen Namen trägt. Bilder: hfz (2)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
11.06.2015
2
0

Zum Abschied von Borussia Dortmund wünschte sich der Trainer Jürgen Klopp eine Rundfahrt um den Borsigplatz. Daraus wurde bekanntlich nichts. Einige ehemalige Maxhütterer hatten mehr Glück als er.

Eine Drei-Tage-Fahrt führte den Hüttenverein Glückauf am vergangenen Wochenende ins Ruhrgebiet. Mit von der Partie waren eine Abordnung des Bergknappenvereins und der SPD-Frauen aus Sulzbach-Rosenberg.

Eine Kerze im Kölner Dom

Auf der Anreise legte der Bus einen Halt in Köln ein. Im Dom zündeten die Oberpfälzer eine Kerze für die verstorbenen Mitglieder des Hüttenvereins an. Danach genehmigten sie sich noch ein paar Gläser Kölsch bei der "Cölner Hofbräu Früh".

Jens Mütze, 1. Bevollmächtigter bei der IG Metall in Hagen, stieß beim Abendessen in Dortmund dazu. Er brachte für jeden ein Gastgeschenk mit und erzählte vom Arbeiterleben im Ruhrpott. Dabei erwähnte er auch die Fußball-Rivalität zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund.

Am Samstag besichtigten die Reisenden die Villa Hügel in Essen mit ihrem weitläufigen Park und hörten die Geschichte der Familie Krupp. Danach ging es zum Phönix-See. Vor zehn Jahren stand dort noch das gleichnamige Stahlwerk. Nach seiner Schließung machte es Platz für einen großen See mit Uferpromenade, Cafés und einem Wohngebiet.

Auf dem Weg zu Hösch

Auf der Fahrt zum Hösch-Museum erlebten die Maxhütterer am Sonntag etwas Besonderes. Mit dem Bus umrundeten sie den Borsigplatz, die Heimat von Borussia Dortmund. Jürgen Klopp musste darauf nach dem verlorenen DFB-Pokalfinale eine Woche zuvor verzichten.

Im Hösch-Museum fühlten sich die früheren Oberpfälzer Stahlkocher fast wie daheim. 37 000 Menschen arbeiteten einmal bei Hösch. Auf Betreiben ihrer Betriebsräte besuchte im Sommer 1989 der damalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow das Werk. Es wurde schließlich stillgelegt, abgebaut und nach China transportiert. Dort produzieren die Anlagen heute noch Stahl.

Mit nach Hause brachten die Reiseteilnehmer viele Eindrücke und einen Wunsch: Sie hoffen, dass auch das Maxhütten-Areal zumindest teilweise für Besucher hergerichtet wird, um die Stahltradition in Sulzbach-Rosenberg zu bewahren.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.