Heimkosten schlagen voll ein

Symbolbild: dpa
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
11.11.2014
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Kosten für Schulbusfahrten, Tagesmütter oder Maxl, den Spielebus: Der Landkreis gibt jedes Jahr viel Geld für Kinder und Jugendliche aus. Doch 2015 steigt der Finanzbedarf rapide.

Alle Leistungen, die der Landkreis Amberg-Sulzbach für die Kinder- und Jugendhilfe 2015 erbringt, summieren sich laut einer vorläufigen Auflistung auf rund 10,85 Millionen Euro. Das sind etwa 1,57 Millionen Euro mehr als im laufenden Jahr.

Der Leiter des Jugendamtes, Thomas Schieder, führt diesen Anstieg insbesondere auf Mehrkosten bei der Eingliederungshilfe für behinderte Kinder und Jugendliche zurück. Vor allem die Schulbegleitung werde teurer, erklärte Schieder bei der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses im König-Ruprecht-Saal in Amberg. "Ebenso steigt die Heimunterbringung und auch die Versorgung im teilstationären Bereich bei den seelisch behinderten Kindern", erläuterte er. Eine Entwicklung, die ebenso in benachbarten Landkreisen zu beobachten sei.

Ein Durchlaufposten

Auch der Flüchtlingszustrom bläht das Haushaltskonzept auf. Denn um rund 30 Jugendliche unterzubringen und zu versorgen, die ohne erwachsene Begleitung im Landkreis stranden, seien Aufwendungen von 1,2 Millionen Euro nötig. Bei 50 Jugendlichen müsse von 2 Millionen Euro ausgegangen werden. Wie Schieder erklärte, sie dieser Betrag aber ein Durchlaufposten, denn das Geld werde von Bund und Ländern wieder erstattet. "Wahrscheinlich bleibt auch etwas bei uns hängen", sagte Landrat Richard Reisinger. "Aber wichtig ist erst einmal, dass die jungen Leute anständig untergebracht werden." Bei den Vormundschaften ergibt sich ebenfalls ein Kostenzuwachs, weil die Vollzeitkräfte im Jugendamt nur noch jeweils 30 statt wie bisher 50 Fälle betreuen dürfen. Damit setzt der Landkreis eine Vorgabe des Landesjugendamtes um. Auch für die unbegleiteten jugendlichen Flüchtlinge muss die Kreisbehörde Vormundschaften einrichten. Sie sollen laut Schieder über das Kolping-Bildungswerk organisiert werden.

Von den 10,85 Millionen Euro, die für die Kinder- und Jugendhilfe veranschlagt sind, nimmt der Landkreis über Gebühren, Beiträge und Erstattungen wieder knapp 3,0 Millionen Euro ein. Somit bleibt ein Finanzierungsbedarf von etwa 7,85 Millionen Euro. Dieser Betrag ist um 340 000 Euro höher als im Haushalt 2014. Der Ausschuss billigte das Zahlenwerk einstimmig und empfiehlt dem Kreistag, es abzusegnen.
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