Heißes Sommerfest im Literaturarchiv: Drei Autoren lesen fast im Dunkeln

Heißes Sommerfest im Literaturarchiv: Drei Autoren lesen fast im Dunkeln Sulzbach-Rosenberg. (peg) Nein, es ist nicht die Sonne, die Hans Joachim Schädlich, Norbert Niemann und Ruth Schweikert, die drei beim Sommerfest im Literaturarchiv gastierenden Autoren, in gleißendes Licht taucht. Um droben im zweiten Stock des alten Amtsgerichtsgebäudes die Hitze ein wenig zu bannen, müssen die Fenster verdunkelt werden. So lesen Autoren beim künstlichen Licht der LED-Scheinwerfer und ermöglichen es den Zuhörern,
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
11.07.2015
8
0
Nein, es ist nicht die Sonne, die Hans Joachim Schädlich, Norbert Niemann und Ruth Schweikert, die drei beim Sommerfest im Literaturarchiv gastierenden Autoren, in gleißendes Licht taucht. Um droben im zweiten Stock des alten Amtsgerichtsgebäudes die Hitze ein wenig zu bannen, müssen die Fenster verdunkelt werden. So lesen Autoren beim künstlichen Licht der LED-Scheinwerfer und ermöglichen es den Zuhörern, ganz und gar abgewandt von der Außenwelt in das fein verästelte Gewebe ihrer Romane einzutauchen. Hans Joachim Schädlich (links), bald 80, ist ein Meister der Verdichtung, der auf 200 Romanseiten Wesentliches über das 20. Jahrhundert oder, wie in seinem neuen Roman "Narrenleben" (erschienen bei Rowohlt), die Vita zweier Hofnarren an spätbarocken Höfen parallel zu erzählen vermag. "Ein Narr wider Willen ist kein Narr, sondern ein Idiot." Schädlich ist der ernsthafteste aller schreibenden Spaßmacher hierzulande. Nur traurig, dass er wieder nicht mit dem Büchner-Preis bedacht wurde. Norbert Niemann, jüngst mit dem Carl-Amery-Preis geehrt und in die Bayerische Akademie der Schönen Künste berufen, begreift sich als Voltaire unserer Tage, als einer, der aus der Solar-Position des Schriftstellers Gesellschaftskritik betreibt und mit seinem aktuellen Roman "Die Einzigen" (Berlin-Verlag) wider die Machtergreifung der Ökonomie anschreibt - und der Autonomie der Kunst das Wort redet. Und Ruth Schweikert? Sie, die 1965 im badischen Lörrach geborene und in Zürich lebende Schriftstellerin war mit ihrem Roman "Wie wir älter werden" (Fischer-Verlag) so etwas wie der Kritikerliebling der Saison, weil sie es mit ihrer präzisen und bildreichen Sprache versteht, das Lebensgefühl einer ganzen Epoche einzufangen. Bild: Geiger
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.