Herbergssuche für Flüchtlinge

Das ist die Landkreiskarte mit der Aufteilung der Asylbewerber auf die jeweiligen Gemeinden, wobei die roten Ziffern die Zahlen der untergebrachten minderjährigen Flüchtlinge darstellen, die unbegleitet nach Deutschland gekommen sind. Repro: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
03.12.2015
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Das Landratsamt sucht dringend Wohnungen für Flüchtlinge. "Aufgrund der aktuellen Lage in der Welt müssen wir mit einem Anstieg an Asylbewerbern im Kreis Amberg-Sulzbach rechnen", kündigt Landrat Richard Reisinger an.

Nur logisch nach seinen Worten, dass dadurch "zeitgleich der Bedarf an Wohnraum steigt". Der Landkreischef ruft deshalb per Pressemitteilung die Bürger dazu auf, leerstehende Wohnungen für Asylsuchende zur Verfügung zu stellen und so die Verwaltung zu unterstützen.

"An sich wären Gemeinschaftsunterkünfte mit Platz für mehr als 50 Flüchtlinge die Regel", ergänzt der für das Thema verantwortliche Abteilungsleiter am Landratsamt Amberg-Sulzbach, Dr. Norbert Vogl. Zuständig wäre dann die Regierung der Oberpfalz. Die Realität sehe aber anders aus. "Normal ist die dezentrale Unterbringung", erläutert Vogl, "und dafür brauchen wir Platz".

Freie Wohnungen melden

Laut Sozialamtsleiter Georg Jobst war es bislang immer möglich, Asylbewerber in geeigneten Wohnungen unterzubringen. "Mit zunehmendem Flüchtlingsstrom kommen wir jedoch langsam, aber sicher an unsere Grenzen." "Deshalb suchen wir händeringend neue Wohnungen und appellieren hier vor allem an die Gemeinden, die bei der Aufnahme von Flüchtlingen durchaus noch Nachholbedarf haben, uns dabei zu unterstützen", wird Jobst in der Presseinformation zitiert. Im Zuge einer "ausbalancierten Verteilung in Amberg-Sulzbach" hält das Landratsamt demnach vor allem in den Gemeinden Birgland, Edelsfeld, Freudenberg, Hahnbach, Hirschbach, Hohenburg, Illschwang, Kastl, Kümmersbruck, Neukirchen, Poppenricht, Schmidmühlen, Schnaittenbach, Ursensollen und Weigendorf Ausschau nach Wohnraum.

Gleichmäßige Verteilung

Laut Königsteiner Schlüssel ende zwar die gerechte Verteilung von Asylbewerbern an der Landkreisgrenze. Das heißt aber laut Mitteilung, dass der Landkreis gesetzlich verpflichtet ist, 9,6 Prozent der Flüchtlinge in der Oberpfalz aufzunehmen. "Tatsächlich ist Amberg-Sulzbach mit einem internen Schlüssel aber bemüht, Asylbewerber auch innerhalb des Kreises gleichmäßig unterzubringen. Wenngleich das nicht gesetzlich vorgeschrieben ist", stellt Norbert Vogl klar.

Der Landrat will schon jetzt "allen zukünftigen Vermietern danken". Reisinger wörtlich: "Ich weiß, dass die Amberg-Sulzbacher dem Thema Asyl gegenüber offen sind. Jeden Tag sprechen mich auf Terminen Menschen an, die ihre Hilfe anbieten wollen. Das macht Mut. Aber neben der humanitären Unterstützung brauchen wir jetzt auch noch potenzielle Vermieter, die ihren Wohnraum zur Verfügung stellen." Diese könnten sich direkt an das Sozialamt, an Georg Jobst wenden (sozialamt@amberg-sulzbach.de oder 09621/39-534).
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