"Hilfe, meine Mutti fährt Auto!"

Rund 70 geladene Gäste und 50 Lehrkräfte sorgten für "volles Haus" beim Festakt zum 50-jährigen Jubiläum der Walter-Höllerer-Realschule.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
17.10.2014
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Eine bunte und abwechslungsreiche Zeitreise durch 50 Jahre Schulgeschichte erwartete die zahlreichen Gäste in der Aula der Walter-Höllerer-Realschule. Jedes der fünf Jahrzehnte kam auf unterschiedliche Weise zur Geltung, der Festakt glänzte mit einigen amüsanten Einfällen.

Sowohl die Ministerialbeauftragte für Realschulen in der Oberpfalz, Maria Kinzinger, als auch Landrat Richard Reisinger, Bürgermeister und Kreisräte des Schuleinzugsbereichs sowie Vertreter der Wirtschaft und der Kirchen waren unter den rund 70 geladenen Gästen. Eine Chronik vermittelte bedeutende Einschnitte der Realschule und wichtige weltpolitische Ereignisse. Die Schüler-Theatergruppe führte amüsant mit passenden Szenen durch die Jahrzehnte.

Realschuldirektor Wolfgang Pfeifer stellte zunächst die Gründerzeit der Realschule, damals noch im unteren katholischen Schulhaus in Rosenberg untergebracht, vor. Das Thema einer frühen Deutsch-Abschlussprüfung "Hilfe, meine Mutti fährt Auto!" wäre heute undenkbar. "Urgestein" Roland Reh, der selbst Realschüler in den sechziger Jahren war und seit 1978 an "seiner" Schule unterrichtet, kennt die Realschule wie kaum ein anderer. Er gab einen unterhaltsamen Einblick in das Leben als Schüler in den Sechzigern: "Im ehemaligen Schulhaus hinter der Sparkasse gab es eine klare Hierarchie: Unten befanden sich die Klassenräume, darüber das Lehrerzimmer und ganz oben unterm Gebälk residierte Schuldirektor Harlaß."

In guter Erinnerung

Dennoch hat er seine Schulzeit ebenso in hauptsächlich guter Erinnerung wie Landtagsabgeordnete Margit Wild. Sie war Schülersprecherin in den siebziger Jahren und berichtete von so mancher Hürde in der Schulzeit - besonders beim Maschinenschreiben. Zugleich zeigte sie sich aber dankbar, dass sie ein "Produkt" dieser Schule werden durfte. Grandios und "cool" rundete der "Disco Mix" der "Dancing Teachers" dieses Jahrzehnt ab.

An die Zeiten von WAA, Tschernobyl, Mauerfall und auch den Konkurs der Maxhütte erinnerte Landrat Richard Reisinger. "Zwar war ich kein Realschüler, musste aber längere Zeit in den achtziger Jahren im Sportunterricht in die Realschulturnhalle", weshalb er bis heute eine gewisse Abneigung beim Betreten der Sporthalle habe. Sport war offensichtlich nicht sein Lieblingsfach. Passend zu den Achtzigern gab die Bläsergruppe Michael Jacksons "Thriller Nights" zum Besten. Zukunftsweisend ging die Schule bereits in den 90ern mit einer ersten Homepage "online" und war stets bei technischen Neuerungen dabei. Elternbeiratsvorsitzende Christine Pilhofer berichtete dabei von Zeiterscheinungen wie bauchfreie T-Shirts, Gameboys und Boygroups. So tanzte im Stil der "Backstreet Boys" die Schülergruppe "Backstreet Girls" überzeugend in der Formation. Der notwendige Erweiterungsbau wurde 2004 eingeweiht und Schriftsteller Walter Höllerer zum Namensgeber.

Soziale Komponente

Ministerialbeauftragte Maria Kinzinger lobte die heutige Realschule für ihren hervorragenden Ruf aufgrund ihrer zahlreichen Aktivitäten. Beispiele hierfür seien soziale Unterstützungsaktionen für die Amberger Tafel, die Stärkung der regionalen Wirtschaft durch bundesweit prämierte Geschäftsideen der Schülerfirma oder der Sprachkurs Tschechisch.

"Theorie und Praxis wird an der Walter-Höllerer-Realschule gekonnt miteinander verbunden", freute sich Maria Kinzinger und wünschte der gesamten Schulfamilie viel Kraft und Erfolg bei der Bewältigung zukünftiger Aufgaben.
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