Historischen Schatz ausgegraben

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
18.09.2015
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Die Wurzeln unseres Wohlstands liegen tief unten in der Erde verborgen. In fast 1000-jähriger Geschichte haben unsere Vorfahren in den Bergwerken den Grundstein für viele Errungenschaften unserer Zeit gelegt. Heimatchronist Erwin Kraus hat nun den Bergwerken und Knappen der Herzogstadt ein besonders Denkmal gesetzt.

Auf so ein Werk haben viele Interessenten schon immer gewartet. Mit dem Band "Sulzbach-Rosenberger Bergwerke" liegt es nun vor. Auf 256 Seiten und fast 300 Bildern ist es Erwin Kraus nach mehr als zweijähriger Kleinarbeit gelungen, die Historie der sechs Erzgruben, des Bergknappenvereins und der Bergknappenkapelle auf eindrucksvolle Art zu verschmelzen. Entstanden ist ein Zeitdokument, das sich mit den Schächten Etzmannsberg, Fromm, Karoline/Klenze, Großenfalz, St. Anna und Eichelberg auf vielen Bildseiten intensiv beschäftigt. Aber auch die reichhaltige Geschichte des stolzen Bergknappenvereins, zu dessen Barbarafeiern im Dezember vormals Hunderte von Mitgliedern zogen, wird ausführlich beleuchtet. Der letzte Abschnitt ist schließlich der Bergknappenkapelle gewidmet, ohne deren Wirken die Montanvergangenheit Sulzbach-Rosenbergs gar nicht vorstellbar wäre.

Im "Oarzberch"

Es geht um Menschen, Namen und Schicksale. Um Feste, Freude und Vergnügen, aber auch um Schmerz, Trauer und Abschiednahme. Verdeutlicht werden die Gefahren, die herrschten, als es für die Männer Tag für Tag und Nacht für Nacht hieß "im Oarzberch" zu arbeiten. Viele tote Kumpel gelten als Mahnung vor der besonderen Situation untertage.

Aber auch die technischen Errungenschaften rückt Kraus ins Blickfeld. Sei es der Ausbau der Strecken mit anfangs Holz und später Eisen, die Fördertürme, Abbaumaschinen Füllorte oder Rollwagen. Die Hochöfen der Maxhütte waren unersättlich, sie verlangten unaufhörlich nach Nahrung. Geliefert wurde sie von bis zu 1100 Mitarbeitern (1958). Die Gruben förderten an die Hütte über 21 Millionen Tonnen Erz. Die höchste Jahresleistung betrug 1959 über 600 000 Tonnen. Im Jahr 1977 endete schließlich die Erzförderung am Eichelberg und damit der Bergbau in Sulzbach-Rosenberg. All das und vieles mehr findet sich im neuen Buch. (Angemerkt/Zum Thema)
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