Hoffnungsvoll ins neue Jahr

Mit toller Stimmung ins neue Jahr: Am Luitpoldplatz ging es rund in der Silvesternacht, aber es blieb glücklicherweise alles im Rahmen.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
02.01.2015
1
0

Endlich mal Durchblick: In der Silvesternacht durften die Bürger den Feuerzauber über der Stadt ohne Nebel genießen. Bis auf wenige Ausnahmen ging der Jahreswechsel ruhig vonstatten. Die Christen in den Kirchen aber wurden erinnert an ihre aktuellen Pflichten.

In den Gotteshäusern der Stadt trafen sich die Gläubigen traditionsgemäß zum Jahresschluss. An Silvester fragte Pfarrer Dr. Roland Kurz von der evangelischen Christuskirchen-Gemeinde: "Worauf kommt es wirklich an im Leben, wenn Himmel und Erde, also menschliche Visionen und eigener Besitz, vergänglich sind?"

Antwort: Auf die Gerechtigkeit Gottes, die danach frage, was der Mensch brauche, nicht was er verdiene. Sie schließe mit der Frage "Wieviel friedlicher wäre eine Welt, in der jeder bekommt, was er braucht und dies ohne Neid empfangen kann?"

Elend der Flüchtlinge

An schlimme Dinge erinnert Dekan Walter Hellauer in St.Marien: Geknechtete, versklavte oder getötete Christen im Nahen und Mittleren Osten, in Nigeria und anderswo, Durchsetzung von Machtansprüchen mit Gewalt im Osten Europas, Naturkatastrophen, Epidemien, unermessliches Flüchtlingselend. "Manche haben Angst vor den fremdem Hilfesuchenden, ziehen daher lieber auf die Straße und diskriminieren Menschen, die unserer Hilfe bedürfen und anderen Religionen angehören." Aber Papst Franziskus habe die Christen aufgerüttelt, den Blick auf die Menschen am Rande der Gesellschaft zu richten.

Hellauer schloss: "Wir haben einen Gott, der mit uns in dieses neue Jahr geht und der für die Würde des Menschen und die Rechte der Armen eintritt. Aus seinen Händen dürfen wir das neue Jahr hoffnungsvoll entgegennehmen!"

Nicht alles gelingt

Pfarrer Uwe Markert in St. Johannis Rosenberg stellte die Weisheit in den Mittelpunkt: Lebenserfahrung, die zeige, wie das Leben gelingen kann. Doch trotz aller Sachkenntnis, Menschen- und Weltkenntnis könne nicht alles im Leben gelingen. "Das Meiste, was ein Mensch schafft, zerrinnt wieder in seinen Händen".

Gott habe uns Menschen Ewigkeit ins Herz gegeben hat. "Doch auch die suchen wir so oft vergeblich, durch unsere eigene Unzulänglichkeit. Geboren werden und sterben hat seine Zeit".

Gott in seiner ganzen Größe mache in seiner Ewigkeit die Dinge perfekt. Aber dies zu erkennen, stünden uns oft die Zeitumstände im Weg und unsere Vergesslichkeit. "Fehler machen hat seine Zeit, und vergeben hat sein Zeit!" Die politische Diskussion um das Einfrieren von Eizellen sprach Markert ebenso an wie die Debatte über Sterbehilfe.

Nur wenig Unglauben

In Herz Jesu Rosenberg mahnte Pfarrer Saju Thomas: "Wenn man das Leben nicht bewusst wahrnimmt und gestaltet, sind wir selbst ein fremder Mensch im eigenen Körper." 88 Prozent der Weltbevölkerung seien gläubige Menschen. Das heiße auch, dass nur 12 Prozent entweder ohne Religion oder Atheisten seien.

Mittlerweile sehe es so aus, dass wir an den unsichtbaren Gott leichter glauben könnten als an die sichtbaren bösen Menschen, die durch ihre mörderischen Angriffe weltweit Millionen Leben zunichte machten. "Das ist das Geheimnis der Menschenwerdung Christi, dass wir, ohne den notleidenden Menschen nahe zu kommen, nie in der Lage sind, den fernen Gott in der Nähe zu entdecken."
Weitere Beiträge zu den Themen: Januar 2015 (7958)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.