Hubschrauber hilft nix

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
27.04.2015
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Von der Sektflasche über die Angelausrüstung bis hin zum Hochdruckreiniger und Fahrrädern: Die Diebe, die in der Nacht zum Samstag den nordöstlichen Landkreis abgrasten, waren nicht wählerisch. Und hätten beinahe Erfolg gehabt - wäre nicht ein Nachbar aufmerksam gewesen.

(ll) Die Einbruchserie traf nach den bisherigen Erkenntnissen der Amberger Kriminalpolizei die Gemeindebereiche von Schnaittenbach und Freihung.

Dabei gingen die Täter im Schutz der Nacht nicht etwa besonders ausgeklügelt vor, sondern eher "relativ banal", wie Michael Rebele, Pressesprecher der Polizeipräsidiums Oberpfalz, es beschreibt: Sie klapperten die Straßen ab und wo sie eine offene Tür fanden, ob nun bei einer Garage oder bei einem Auto, räumten sie alles raus, was nicht niet- und nagelfest war und was ihnen nur im Geringsten brauchbar erschien. Das konnten DVD-Player für Autos sein, eine Handtasche, Werkzeuge, Motorsägen, Handys, Fotoapparate oder (natürlich) auch Bargeld. In größerer Anzahl fanden sich hochwertige Fahrräder unter der Beute, was damit zu tun haben mag, dass man die üblicherweise in Garagen unterstellt. Die Arbeitsteilung der Täter funktionierte offensichtlich so, dass einer die erbeuteten Sachen an den Straßenrand stellte und der andere mit dem Wagen kam und alles einpackte.

Suchhunde im Einsatz

Diese Methode funktionierte ganz gut, bis um 3.45 Uhr ein Schnaittenbacher auf das Geschehen bei seinem Nachbarn aufmerksam wurde: Er beobachtete, wie eine dunkle Gestalt aus einem Schuppen Gegenstände heraustrug, die dann zum Abtransport in einem Kastenwagen mit litauischen Kennzeichen verschwanden. Der Mann verständigte sofort die Polizei. Die zog sofort mehrere Streifenfahrzeuge zusammen, denen es schließlich gelang, den Kastenwagen in der Straße Am Forst in Schnaittenbach zu stellen. Die beiden Insassen allerdings legten keine Wert auf nähere Bekanntschaft mit den Ordnungshütern und gaben Fersengeld. In der Dunkelheit gelang ihnen die Flucht. Selbst der Einsatz eines Hubschraubers und von Suchhunden führte nicht zum Erfolg, die beiden blieben verschwunden.

Wohl verschwunden

Polizeisprecher Rebele geht aber nicht davon aus, dass die zu Fuß getürmten Einbrecher noch in der Gegend sind. Nach den Erfahrungen der Polizei seien sie meist Teil eines Netzwerks, das sie mit anderen Fahrzeugen wieder aufnehme, oder sie flüchteten mit einem Auto, das sie irgendwo als "Rückfallebene" abgestellt hätten. "Sonst würden die nach inzwischen drei Tagen irgendwo auftauchen und völlig durchnässt an einer Haustür klingeln, das hatten wir ja auch schon."

Im Laufe des Samstags wurden der Polizei aus Freihung und Schnaittenbach insgesamt neun Einbrüche in Garagen und vier Pkw-Aufbrüche gemeldet. Die genaue Schadenshöhe ist laut Rebele noch unklar, sie dürfte aber im unteren fünfstelligen Bereich liegen. Die Kriminalpolizei (09621/890-0) hofft, dass der Wagen oder dessen flüchtige Insassen schon vorher (oder gegebenenfalls nachher) irgendwo auffielen und dass sich Zeugen melden, die Hinweise geben.
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