Hüttenverein hilft Flüchtlingen

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
03.11.2015
28
1

Immer wieder an die eigene, sehr geschichtsträchtige Vergangenheit zu erinnern, das kostet Zeit, Geld und das Engagement vieler Menschen. Seit Jahrzehnten beschäftigt sich der Hüttenverein mit dieser Aufgabe.

Wie bei anderen Traditionsvereinen sinkt auch beim Hüttenverein der Mitgliederstand. Grund dafür ist, dass kaum neue Mitglieder eintreten und die Sterbefälle wegen des hohen Durchscnittsalters zunehmen. Trotzdem will sich der Hüttenverein auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Geschichte des Bergwerks und Stahlwerks nicht in Vergessenheit gerät.

Landkreis unterstützt

Die Pflege der Montangeschichte liege dem Landkreis am Herzen, bekundete Landrat Richard Reisinger. "Deshalb wurde und wird die Sanierung des Maxhütten-Areals, des Maffeigeländes in Auerbach und der Unterhalt des Bergbau- und Industriemuseum in Theuern unterstützt!"

Seit über 80 Jahren halte der Hüttenverein die berg- und hüttenmännische Tradition hoch, lobte Bürgermeister Michael Göth. Großes Engagement wurde auch dem sozialen Bereich zuteil. So spendet der Hüttenverein jedes Jahr einen dreizehnten Monatsbeitrag an örtliche karitative und soziale Organisationen.

Bei der Spendenübergabe dieses Beitrags wurden erstmals neben sozialen Einrichtungen auch der TuS Rosenberg und das Ernst-Naegelsbach-Haus bedacht, die junge Flüchtlinge betreuen, erläuterte Vorsitzende Karl-Heinz König.

Der Hüttenverein belasse es nicht bei dieser einzigen Aktion, sondern wirke bei "Sulzbach-Rosenberg hilft" mit, um die Situation der Flüchtlinge zu verbessern. Wenn man die Anzahl der Flüchtlinge mit der Einwohnerzahl im Landkreis und in der Stadt Sulzbach-Rosenberg vergleiche, dann könne keine Rede von einer Überfremdung sein, wie manchmal behauptet werde.

Weihnachtsmarkt läuft

Der Weihnachtsmarkt am Hochofen, den der Hüttenverein ins Leben gerufen hatte, wird in diesem Jahr aus organisatorischen Gründen alleine von der Maxhütte Technologie ausgerichtet, die in den Vorjahren aber bereits Mitveranstalter war. Es sei zu hoffen, dass der Hochofen erhalten werde und Eigentümer Max Aicher seinen Beitrag dazu leiste, da weder die Stadt noch der Landkreis dies finanziell stemmen könnten.

Ruhrgebiet als Beispiel

Ebenfalls wäre es wünschenswert, wenn auf dem ehemaligen MH-Gelände ein Museum entstehen würde, wobei hier der Bayerische Staat Verantwortung trage. "Solange Bayern Schlösser mit Millionen unterstützt, sollte auch Geld für ein solches Museum auf dem Maxhüttengelände vorhanden sein", betonte König.

Um sich über die Entwicklung im Ruhrgebiet zu informieren, hatte der Hüttenverein eine Drei-Tage-Fahrt nach Dortmund veranstaltet. Im Prgramm: die Villa Hügel in Essen, die der Familie Krupp gehörte, und eine Stahlwerk-Wanderung.

Derzeit liefen die Tarifverhandlungen in der Stahlindustrie. Dies sei für das Rohrwerk Maxhütte von großem Interesse, da dieses Ergebnis dann 1:1 übernommen werde, berichtete Karl-Heinz König. Was die wirtschaftliche Lage im Rohrwerk Maxhütte betreffe, so habe aufgrund von zu geringen Aufträgen und Fehlern im Management der Betrieb große Probleme. Aus diesen Gründen seien Maßnahmen unabdingbar, um wieder in ein ruhiges Fahrwasser zu kommen. Bei einer Mitgliederversammlung der IG Metall am 6. November im Capitol werde der Betriebsrat über die Situation informieren.

Der Hüttenverein nage nicht am Hungertuch, doch die Überalterung bei den Mitgliedern bereite Sorgen, betonte Revisor Dieter Schlosser, der zusammen mit Heinz Jäger die Kasse geprüft hatte. Auch führten die niedrigen Zinsen dazu, dass das Vermögen zurückgehe.

Deshalb sollte man sich über mögliche Maßnahmen Gedanken machen, wie ein Rückgang bei den Finanzen gestoppt beziehungsweise verlangsamt werden könne. Zuvor hatte der 2. Vorsitzende Christian Trösch den Kassenbericht für Schatzmeisterin Angelika Lutter gegeben.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
1 Kommentar
6
Jürgen Wittmann aus Sulzbach-Rosenberg | 21.02.2016 | 09:44  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.