IHK-Geschäftsführer Winfried Mellar plädiert für bessere Integration in Arbeitsmarkt
Migranten haben Potenzial

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
11.10.2014
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Wenn es nach dem Rechenbeispiel von IHK-Geschäftsführer Winfried Mellar geht, verschwindet bis 2030 quasi der gesamte Landkreis Amberg-Sulzbach. Denn in 16 Jahren werde es in der Oberpfalz 100 000 Erwerbstätige weniger geben. Schlussfolgerung: "Es gehen uns die Fachkräfte aus." Deshalb ist es laut Mellar wichtig, sich um die Potenziale zu kümmern, "die wir bisher links liegen haben lassen".

Firmen-Leitfaden geplant

Mit Potenzialen meinte er die vielen Migranten, die in Deutschland leben. Diesen Vorschlag machte der IHK-Geschäftsführer bei der Vollversammlung des "Bündnisses für Migration und Integration" am Donnerstagabend, als er den Bericht der Arbeitsgruppe Arbeitsmarkt vortrug. Mellar lobte bei der Vollversammlung: "Ich kenne im IHK-Bereich keinen Landkreis und keine Stadt, wo das Thema Integration so engagiert angegangen wird wie hier."

Dennoch könne der Fachkräftemangel mit "eigenen Leuten" nicht ausgeglichen werden. Deshalb sei es wichtig, vor allem Migranten zu helfen, wenn es darum geht, den Wust von Paragrafen zu bewältigen. Barrieren will Mellar mithilfe eines Firmen-Leitfadens abbauen: "Firmen brauchen für eine problemlose berufliche Eingliederung von Migranten einen kurzen Leitfaden in Form einer Checkliste, die in sehr knapper Form sagt, was bei der Beschäftigung eines Migranten zu beachten ist."

Zudem solle ein Wegweiser für Migranten zur beruflichen Orientierung erstellt werden. Dieser müsse konkrete Ansprechpartner enthalten, die schnell erreichbar sind und bei Fragen Auskunft geben können. Die Arbeitsgruppe sei gerade dabei, diese beiden Sachen zu erstellen.

Außerdem ist ein Firmenbesuch bei der Luitpoldhütte geplant. Das Unternehmen integriert nach Aussage Mellars schon seit Jahrzehnten Hunderte von Migranten. "Nichts wirkt überzeugender als ein erfolgreiches Vorbild", sagte er.

Tipps aus Weiden

Tipps will sich das Bündnis auch aus Weiden holen. Denn der gemeinnützige Bildungsträger "Arbeit und Leben Bayern" organisiert seit Jahren in Weiden vielfältige Integrationsmaßnahmen für Migranten. Der Geschäftsführer Herbert Schmid hat sich bereiterklärt, im Arbeitskreis über seine Projekte und Erfahrungen zu berichten. Im Anschluss wird gemeinsam überlegt, ob die Weidener Erfahrung auch auf Amberg-Sulzbach und Amberg übertragen werden kann und ob es sinnvoll sein könnte, Weidener Projekte auch hier vor Ort zu "kopieren".
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