Im Ernstfall noch nicht digital

Links der bisher beim analogen Funkverfahren im Feuerwehrauto verwendete Hörer, rechts der neue. Er ist schon handlicher, aber der eigentliche Fortschritt beim Digitalfunk soll darin liegen, dass Funklöcher und andere Beeinträchtigungen ausgeschaltet werden und überall eine perfekte und abhörsichere Verbindung möglich ist.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
23.02.2015
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Zwei Fachmänner aus Unterfranken rüsten derzeit die Fahrzeuge der Rosenberger Feuerwehr auf Digitalfunk um. Das ist aber noch nicht der Todesstoß für die analoge Variante.

Wenn es ein neueres Feuerwehrauto ist, bei dem der Hersteller schon relativ viel vorgerüstet hat, geht es für für Christoph Königshof und Dirk Martin von der Firma Funkservice Frey aus der Nähe von Bad Kissingen etwas schneller. Dann brauchen die beiden Umrüst-Experten vielleicht acht Stunden, bis der Digitalfunk einsatzbereit ist. Wenn sie aber viel Handarbeit leisten müssen, kommen sie auch schon mal auf die doppelte Zeit.

Die Umstellung der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben auf den digitalen Funk beschert der Firma Frey auf Monate hinaus gefüllte Auftragsbücher und Königshof sowie Martin Reisen durch ganz Bayern. Derzeit lernen sie den Landkreis Amberg-Sulzbach kennen - oder zumindest dessen Feuerwehrhäuser. Die Freudenberger Wehren haben sie schon umgerüstet, die Fahrzeuge der Führungskräfte auf Landkreisebene (das geschah in Hahnbach), zuletzt die Autos der Sulzbacher Feuerwehr. Jetzt sind acht der Rosenberger Fahrzeuge dran. Das neunte bleibt außen vor, weil es demnächst ohnehin ersetzt wird.

Noch keine Kritik

Ob alles schon perfekt funktioniert? "Bis jetzt haben wir noch keine negativen Rückmeldungen bekommen", lächelt Christoph Königshof. Und auch Kreisbrandrat Fredi Weiß ist voll des Lobes über die "sehr zuverlässige Firma". Bei 50 hier bisher umgerüsteten Autos sei ihm noch kein einziger Kritikpunkt zu Ohren gekommen.

Wobei es jetzt noch gar nicht so schlimm wäre, wenn einzelne Defizite mit dem neuen Funksystem auffielen, denn im Notfalleinsatz wird noch das alte verwendet. "Der digitale Probebetrieb spielt sich erst einmal bei nichtzeitkritischen Einsätzen, beziehungsweise bei Einsätzen, bei denen keine Gefahr in Verzug ist, ab", erläutert Jürgen Schloß, der Kommandant der Rosenberger Wehr. Also etwa bei Verkehrsabsicherungen, der Beseitigung einer Ölspur oder Schneebruch. "Da kann man das in Ruhe und ohne Druck testen." Und auch wenn der (digitale) Tetra-Funk voll eingeführt sei, werde das analoge Netz weiterhin als Rückfall-Ebene erhalten bleiben.

Neu: Die Reihenfolge

Vor der Komplett-Umstellung stehen aber noch einige Lehrgänge für den Umgang mit den neuen Geräten an. "Das ist nämlich schon eine Umgewöhnung", sagt Jürgen Schloß, einfach draufdrücken und sofort reinreden, das gehe dann nicht mehr. Das neue System registriere die Reihenfolge der Meldungen und halte sich daran, außer wenn man den Notfall-Knopf drücke. Die Funk-Disziplin sei deshalb so wichtig, weil andernfalls die Durchsagen schwer verständlich seien. "Und ein Brand oder kein Brand, das macht schon einen gewaltigen Unterschied."

Vom Handling her seien die neuen Geräte aber nicht sehr kompliziert, meint Schloß. "Wer ein altes Motorola-Handy hatte, der kann auch mit dem Ding umgehen." Eine Multiplikatoren-Schulung für rund 40 Leute aus dem Landkreis ist am 10. März im Rosenberger Feuerwehrhaus. Fachkreisbrandmeister Roland Kolbeck, der für diesen Bereich zuständig ist, bringt den Vertretern der einzelnen Wehren dann die wichtigsten Grundsätze des neuen Funks näher.
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