Im Wäldchen kein Platz

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
30.10.2014
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Ein Spielplatz unter den Eichen an der Schießstätte könnten sich junge Familien sehr gut vorstellen. Im Bauausschuss kristallisierte sich dazu aber nach längerer Diskussion eine ablehnende Haltung heraus. Doch es gibt in der Nähe attraktive Alternativvorschläge.

Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn erläuterte in der Sitzung, dass unter den Eichen eine Größe für den Kinderspielplatz von rund 55 Quadratmetern vorhanden sei. Alle anderen Bereiche würden von den Bäumen und Baumkronen beeinträchtigt. Aus Sicherheitsgründen könne aber nur die Fläche in Betracht kommen, die nicht direkt von Ästen überdeckt sei.

Ein angrenzender Nachbar verwies in diesem Bereich auf sehr große Verschmutzung durch Laub sowie auf die Gefahr durch herabfallende Äste. Außerdem stimme er diesem Kinderspielplatz nicht zu, da dieser in einem Abstand von rund drei Metern vor seiner Terrasse beginnen würde.

Nur zwei Geräte

Wenn die Behinderungen auf dieser Fläche mit einbezogen werden, bleibe nach Angaben der Stadtbaumeisterin lediglich eine Fläche, die nur zwei kleine Spielgeräte aufnehmen könne. Als Vorschlag standen eine Schaukel und eine Wippe im Raum. Bei der Montage eines Zaunes als Einfriedung hätten die Antragsteller in der Bürgerversammlung aktive Mithilfe signalisiert. Die Verwaltung geht bei einem Holzzaun von Gesamtkosten in Höhe von 14 500 Euro aus, bei Stabgitter würden sich die Kosten auf 17 000 Euro erhöhen. Die Verwaltung sieht einen Spielplatz im dortigen Wohngebiet als sehr sinnvoll an. "Nicht unbeachtet sollte bei der Entscheidung allerdings werden, dass neues Konfliktpotenzial mit dem angrenzenden Nachbarn bewusst geschaffen wird", gab Petra Schöllhorn zu bedenken.

Ablehnung kam dagegen von Naturschutzreferat des Landkreises: "Dieser Standort ist sehr problembehaftet und aus naturschutzfachlicher Sicht für einen Kinderspielplatz ungeeignet", führte Georg Dobmeier aus.

Auch in der Diskussion im Bauausschuss überwogen schließlich die Gegenargumente. Dr. Thomas Steiner (SPD) führte erneut seinen Alternativstandort "Stadtgraben" an, wo er sich einen attraktiven Abenteuerspielplatz (siehe Infokasten) vorstellen kann. Yvonne Rösel (Grüne) sprach sich für eine andere Stelle aus und Norbert Klotz (CSU) brachte ein Areal hinter der Stadtgärtnerei ins Gespräch, wo ein Spielplatz problemloser umsetzbar sei.

Historisches Denkmal

Umweltschutzbeauftragter Peter Zahn sprach sich ebenfalls gegen einen Spielplatz auf dieser Fläche aus. "Dieser Hain der Stadt ist aus mehreren Gründen bemerkenswert: die 200 Jahre alte Baumgruppe ist ein historisches Naturdenkmal, sie bietet Lebensraum für Vögel, Fledermäuse, Kleinsäuger und Insekten, wirkt positiv auf die Luftqualität, den Wasserhaushalt und das Bodenleben. Außerdem gliedert sie den Siedlungsbereich, ist ein unverzichtbares Element des Stadtbildes. Es handelt sich hier um einen bedeutenden, wertvollen innerstädtischen Lebensraum", unterstrich Zahn.

Eingriffe im Boden

Durch den Bau eines Spielplatzes komme es dort zu Eingriffen im Boden und an den Bäumen. Eine Abgrenzung mit einem Zaun würde auch das Erscheinungsbild des Wäldchens beeinträchtigen. Zu bedenken sei auch, dass im Gegensatz zu anderen Bereichen hier keine Notwendigkeit für einen Eingriff bestehe.

Deshalb sollte man den Bestand unbeeinträchtigt wachsen lassen. Als mögliche Alternativen verwies Zahn auf eine Freifläche hinter der Gärtnerei und einen möglichen Spielplatz auf dem ehemaligen Hartplatz beim Sportpark.

In Abwägung aller Argumente entschied sich der Bauauschuss einstimmig dafür, den Standort "Unter den Eichen" nicht weiter zu verfolgen. Stattdessen sollte bei den Haushaltsverhandlungen 2015 darüber beraten, weitere Standorte sowie Art und Umfang diskutiert werden.
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