Impulse für die Biologie

Die Teilnehmer an der Podiumsdiskussion (von links): HCA-Biologie-Fachleiter Roland Merkl, Hermann Brandl, Dr. Ralf Heermann, Dr. Eva-Maria Natzer, Dr. Auguste von Bayern, Reinhold Strobl, Ferdinand Prinz zur Lippe und HCA-Schulleiter Dieter Meyer. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
01.07.2015
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Wenn Pest- oder Ebola-Erreger sich zusammenrotten, um einen Menschen zu befallen, dann verabreden sie sich in einer Art Sprache! Diese erforschen Wissenschaftler in München - und Sulzbacher Gymnasiasten interessieren sich dafür.

Roland Merkl, Fachleiter Biologie am Herzog-Christian-August-Gymnasium (HCA), hatte für die Schüler der Q11 eine Podiumsdiskussion mit dem Vorstand des Förderkreises Naturkundemuseum Bayern organisiert. Die Landtagsabgeordneten Dr. Harald Schwartz (CSU) und Reinhold Strobl (SPD) machten zunächst Werbung für die sogenannten Lebenswissenschaften, die für die Menschheit im 21. Jahrhundert entscheidende Bedeutung haben. Gleichzeitig absolvierten immer weniger Abiturienten eine Prüfung im Fach Biologie. Strobl fügte hinzu: "Wir haben hier in der Oberpfalz nicht nur schöne Landschaft, sondern auch viele Firmen, die interessante und zukunftsträchtige Arbeitsplätze bieten."

Dr. Ralf Heermann (Ludwig-Maximilian-Universität, München) zeigte in einem Impulsvortrag die spannenden Seiten biologischer Forschung auf. Er hofft, mit seinen Forschungen Medikamente zu ermöglichen, die den Ausbruch von Krankheiten durch Störung der Botenstoffe verhindern, mit denen Bakterien kommunizieren. Dadurch könnten die Nebenwirkungen der heute üblichen Antibiotika vermieden werden.

Wie Deutsches Museum

Dr. Auguste von Bayern präsentierte das Projekt eines Naturkundemuseums Bayern (NaMu). Das NaMu soll für die Lebenswissenschaften des 21. Jahrhunderts die gleiche Bedeutung haben wie das Deutsche Museum für die Technik des 20. Jahrhunderts. Als Lernort soll es mit Forschung, Schulen und anderen Museen vernetzt werden. Für das Vorhaben stellt der Freistaat bis zu 90 Millionen Euro bereit. Um ein attraktives und tragfähiges Konzept zu erstellen, werden Schüler befragt, was sie von einem modernen Museum erwarten.

In der Podiumsdiskussion ging es um die Berufsaussichten von Biologen in Forschung und Wirtschaft. Hermann Brandl, Geschäftsführer Oberpfalz der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, stellte fest, dass in den nächsten Jahren 124 000 Fachkräfte in der Wirtschaft fehlen, davon etwa 50 000 Akademiker. Dr. Eva-Maria Natzer, wissenschaftliche Geschäftsführerin der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayern, zeigte anhand ihres eigenen Lebenslaufs die Vielfältigkeit der beruflichen Möglichkeiten auf: von der Meeresbiologie in die Medikamentenentwicklung und von da in die staatliche Verwaltung.

Noch kein Beruf

Ferdinand Prinz zur Lippe, der die Diskussion moderierte, stellte fest: "Ein Studienabschluss ist noch kein Beruf. Den Beruf erarbeitet man sich danach, und manchmal muss man sich auch wieder neu orientieren." Von Bayern ergänzte: "Wer sich entscheidet, aus der Forschung auszusteigen, hat in der Industrie hervorragende Möglichkeiten."

Schulleiter Dieter Meyer bedankte sich bei allen Teilnehmern: "Sie haben unseren Schülern einen Impuls gegeben. Ich kann mir jetzt gut vorstellen, dass der eine oder andere hier ein Studium der Lebenswissenschaften aufnehmen wird."
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