In der Fläche fehlt die Power

Der Freistaat hat den Standortnachteil in der Internetversorgung zwar prinzipiell erkannt, aber ihn auch elegant auf die Kommunen abgeschoben.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
25.06.2015
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Was hat die Kreistagsfraktion der Freien Wähler mit Fledermäusen zu tun? Nicht wirklich viel. Das galt zumindest bis zum Besuch im Hohenburger Fledermaushaus.

Was kann man schon viel über Fledermäuse oder gar über die Große Hufeisennase erzählen? Eine Frage, die unter Laien durchaus Berechtigung hat - bis man Rudolf Leitl trifft. Er ist einer der beiden Leiter des Fledermaushauses. Warum sich die deutschlandweit letzte Wochenstube der Großen Hufeisennase ausgerechnet in Hohenburg befindet, erklärte Leitl mit der Nähe zum pestizidfreien Truppenübungsplatz sowie dem Karstgebiet mit den großen Höhlen, die Fledermäuse zum Überwintern brauchen.

Bis zu 3000 Besucher

Die Zahl von bis zu 3000 Besuchern aus ganz Europa jährlich in Hohenburg bewog die FW-Kreistagsfraktion, die Infoveranstaltung für ihre Mitglieder hier abzuhalten. Fraktionssprecher Peter Dotzler berichtete laut FW-Presseinfo über die Realschulsituation und die Lage der Asylbewerber. Unter dem Schlagwort "sanfter Tourismus" forderten die Mitglieder erneut eine Vernetzung bzw. den Ausbau des Radwegs von Ursensollen nach Allersburg.

Der Ursensollener Bürgermeister Franz Mädler informierte in Sachen Internetversorgung in einer Flächengemeinde und über eine kommunale Infrastrukturgesellschaft am Beispiel seiner Gemeinde. Ursensollen mit seinen 38 Ortschaften sei zwar "im Kernbereich relativ gut versorgt, aber vor allem die kleineren Ortschaften haben nicht die gewünschte Leistung bei der Internetanbindung".

Der Freistaat habe den Standortnachteil in der Internetversorgung zwar prinzipiell erkannt, aber diesen auch elegant auf die Kommunen abgeschoben. Das aktuelle Förderprogramm mit 920 000 Euro Höchstsumme bezeichnete Mädler als "gut, aber auch sehr plakativ", zumal allein seine Gemeinde rund 1,6 Millionen Euro benötige.

Als Begründung für die geplante kommunale Infrastrukturgesellschaft führte Mädler an, dass Unternehmen wie Telekom oder Kabel Deutschland sich nun die Fördergelder sicherten, das Problem aber bestehen bleibe, da nach sieben Jahren Netzbetrieb aus wirtschaftlichen Gründen wieder Schluss sein könnte. Die geplante Gesellschaft unter der Federführung der Stadtwerke Amberg habe es sich nun - wie bei der Laaber-Naab-Gruppe - zum Ziel gesetzt, beim Ausbau der Glasfaserkabel aktiv und eigenständig an den Ausschreibungen teilzunehmen. Bis dato haben sich zehn Kommunen zu der Infrastrukturgesellschaft bekannt. Die Ammerthaler Bürgermeisterin Alexandra Sitter-Czarnec meldete trotz des in ihrer Kommune laufenden eigenwirtschaftlichen Ausbaus mit einem Amberger Funkanbieter Interesse an.

Neue Ökostrommarke

Beim Thema Stromdirektvermarktung für regenerative Energien berichtete Franz Mädler über die neue Ökostrommarke "RegioGrünStrom". Dabei sei sichergestellt, dass es sich zu 100 Prozent um Ökostrom handle und dass kommunale sowie mehrere Bürgerwindräder mehrerer Landkreisgemeinden beteiligt würden. Zudem sei der Strompreis mit 22,6 Cent pro kWh (bei einer Grundgebühr von 9,75 Euro/Monat) auch für den Verbraucher sehr günstig. Die FW-Kreisräte und -Mitglieder signalisierten reges Interesse an dem Strom mit regionaler Wertschöpfung.
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