In die Metzgerei gefolgt

Sie haben auch eine Weihnachts-CD gemacht und spielen oft für einen guten Zweck, "so quasi als Ablass für uns", sagen sie. Die "Bayerischen Löwen" boten eine mitreißende Musikshow im Seidel-Saal. Bild: hka
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
23.11.2015
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Sie haben sich nach einem Wirtshaus in Straubing benannt, in dem sie auftreten durften. Die Bayerischen Löwen, ein Blech-Quintett, eine fünfköpfige A-capella-Gesangsformation, eine Band mit einer mitreißenden Show begeisterte im Seidel-Saal. Mit ihrer Musik und ihrem Humor konnte die Gruppe am Ende einer dunklen Woche die erschreckenden Ereignisse vergessen machen.

Bayern sind sie alle, kommen aus der Straubinger Gegend, der Oberpfalz, dem Bayerwald. Sie treten auf in Lederhosen und Haferlschuhen, aber in einen Musikantenstadl würden sie nicht passen. Sie verkörpern eine neue, selbstbewusste Bläsergeneration, die locker und frech Traditionelles mit Modernem verbindet. In ihrem Programm "Durchblechte Nächte" mischen die Bayerischen Löwen bayerische Volksmusik unbekümmert und gekonnt mit Soul, Rock, Pop und A-capella-Gesang.

Normales Leben

Schnell haben sie das Publikum im Seidel-Saal auf ihrer Seite, als sie mit ihren Trompeten, der Posaune und der Tuba und einem "Grüaß eich Sulzbach-Rosenberg" den Abend eröffnen. Es ist Dominik Glöbl, der als Moderator, Clown, Schauspieler und Trompeter das Geschehen auf der Bühne dominiert, ohne die anderen "Löwen" in den Hintergrund zu drängen. Christian Striegl, Franz Eisenschink, Michael Wallner und Josef Haslinger, sie alle sind Freunde schon seit der Schulzeit, musizieren seit 2003 zusammen, beherrschen perfekt ihre Blasinstrumente und können wunderschön singen. Trotz rund 60 Auftritten im Jahr haben sie ihre Berufe im "normalen Leben", sind Lehrer, Ergotherapeut oder Musiklehrer.

Am Abend aber sind sie die Löwen. "Ihr kummts uns etz nimma aus", singen sie und das Publikum folgt ihnen gern in die Metzgerei, deren Melodie ganz nach "Schickeria" klingt oder in den Garten, ins "unheimlich schöne Lebn". Es amüsiert sich über Willi, der schwankend am Mikrofon seinen Flachmann leert, hat Verständnis für diverse Alltags- und Eheprobleme, die musikalisch geschildert werden und lacht sich krumm über die "Bewegungsfahrt" der Feuerwehr.

Ohne Verstärker blasen sie, füllen den Saal mit ihren Instrumenten und begeistern das Publikum vor allem auch mit ihren witzigen, oft ironischen, immer aber treffenden Texten.

Die fünf sympathischen Burschen gestalten eine mitreißende Show, gleiten musikalisch spielend von Ernst Mosch bis Freddy Mercury, bringen bayerisches "Mia san mia"-Gefühl ebenso wie swingende Big-Band-Klänge, rappen und sparen auch nachdenkliche Liedtexte nicht aus. "Scho wieda is a Jahr vorbei" sinnieren sie und - als Reminiszenz an ihre Heimat - "Es muaß a Glückstag gwesn sei, wie unser Bayernland entstanden is". Einige ihrer Stücke stammen aus ihrer zweiten CD "Durchblechte Nächte", andere aus dem Erstlingswerk "Alois im Wunderland". Auf instrumentale Blechklänge folgen sonore Gesänge, ein Stil, den die Fünf bereits im Fernsehen und auf Auslandstourneen erfolgreich präsentierten.

Zugaben gefordert

Kein Wunder, dass das Publikum im ausverkauften Seidel-Saal Zugaben fordert. Da kommt der "Kine" Dominik Glöbl mit Krone und Purpurmantel auf die Bühne, braucht dringend "a Wei" und entscheidet sich dann doch für an "blitzsaubern Mo". "Ihr seids da Wahnsinn", bedankt er sich für den nicht enden wollenden Beifall und gibt den Sulzbach-Rosenbergern noch eine Mahnung mit auf den Weg: "Passts guat aaf, dass unser Freistaat Bayern net verreckt!"
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