Innenhof des Landratsamtes bekommt neues Gesicht - Photovoltaik nicht möglich
Die "Markthalle" muss weg

Wegen ihres maroden Dachs wird die 1999 errichtete "Markthalle" vor dem Landratsamt abgerissen. Mit der neuen Konstruktion kommen zwölf Elektrotankstellen für Autos und vier für Fahrräder. Bild: Hartl
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
15.04.2015
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Ein 15 Jahre altes Dach, dessen Schalung so vermodert ist, dass es jetzt saniert werden muss - Kreisrat Richard Gaßner (SPD) stieß das sauer auf: "Da war für mich a wengerl Pfusch am Bau da." Da solle die Landkreisverwaltung doch mal prüfen, ob man keine Ansprüche gegen den Nachfolger des Planungsbüros von damals habe.

Immer Autos eingeparkt

Es ging um die sogenannte Markthalle auf dem Parkplatz vor dem Landratsamt. Die Stahlkonstruktion mit dem maroden Dach wird zwar nicht als Markthalle genutzt, wie es einmal angedacht war, hat aber ihren Namen behalten. Würde sie nach ihrer Funktion heißen, hätte man am Montag im Kreisausschuss von einem Carport gesprochen. Dort stehen Dienst- und Privatfahrzeuge der Mitarbeiter des Landratsamtes - in einer ungünstigen Konstellation: immer zwei hintereinander. Mittelfristig sollen hier weitere Ladesäulen für Elektroautos dazukommen.

Deshalb schlug die Verwaltung vor, nicht 70 000 Euro für die Sanierung des Daches auszugeben, sondern die Halle ganz abzubrechen und diesen Teil des Innenhofs neu zu gestalten. "Eine leichte Stahlkonstruktion mit extensiv begrüntem Flachdach" könnte dort nach Vorstellung des Landesamtes für Denkmalpflege entstehen. Weitere Anforderungen an den Neubau: den Unterstellplatz für die Mülltonnen erhalten; zehn überdachte Stellplätze für Dienstfahrzeuge mit acht Anschlussmöglichkeiten für Elektroautos schaffen; eine Ladestation für vier E-Fahrräder; vier Besucherparkplätze für E-Tankstellen nachrüsten. Käme dann insgesamt auf 290 000 Euro.

"290 000 Euro für den Innenhof - muss es denn so viel sein?", überlegte Josef Reindl (CSU). "Es ist halt unser belebtestes Filetstück", bemerkte Landrat Richard Reisinger dazu. Und Verbesserungen seien dort dringend notwendig. Karl-Heinz Herbst (Grüne) würde da lieber aufs komplette Dach verzichten: "E-Tankstellen funktionieren auch ohne Dach." Wenn dort aber Dienstfahrzeuge stehen, müsste man im Winter oft lange die Scheiben freikratzen, bevor man aufbrechen könnte, hielt Ingenieur Hubert Saradeth vom Gebäudemanagement des Landkreises dagegen.

Fenster zugeschraubt

Michael Birner (ÖDP) und Richard Gaßner hätten gerne eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach gesehen - als elegante Lösung im Zusammenspiel mit den Ladesäulen. "Da kriegen wir die Leistung nicht her, weil die Himmelsrichtung nicht passt", hatte Saradeth technische Einwände. Außerdem genehmige die Stadt Amberg hier keine Photovoltaik-Anlagen. Zum Schluss hieß das Gremium den Abbruch der Halle und die Neugestaltung des Innenhofs grundsätzlich gut. Über die einzelnen Maßnahmen wird aber noch einmal befunden. Die positive Grundsatzentscheidung betraf noch weitere Projekte: die aufwendiger werdende Sanierung des Regen- und Schmutzwasserkanals am HCA-Gymnasium (480 000 Euro), die Erneuerung der desolaten Dacheindeckung des Maschinenhauses im Bergbaumuseum Maffeischächte Auerbach (80 000 Euro) und die Instandsetzung der Natursteinfassaden des Landratsamtes (900 000 Euro). Auf 160 000 Euro kommt dabei der Austausch der Holzfenster im Gebäude 2. Die waren laut Saradeth bei der Generalsanierung des Amtes von 1990 bis 2000 nicht erneuert worden. Jetzt seien sie in einem sehr schlechten Zustand. "Zum Teil wurden sie zugeschraubt, um ein Herausfallen zu verhindern." Das Landesamt für Denkmalpflege bestehe auf Eichenfenstern wie im restlichen Gebäude.
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