Interkultureller Abend als Quell der Integrationsarbeit
Reise durch blühende Gärten

Mit einem Fächertanz stellten die Philippinas ihre Heimat vor.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
14.10.2014
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Die Besucher waren beeindruckt von der bunten Vielfalt, die es im Landkreis gibt. Alle spürten die Bedeutung der Gastfreundschaft - bei den Zuwanderern und bei den Einheimischen. Der Interkulturelle Abend zeigte sich als Quell der Integrationsarbeit.

Kein Stuhl war mehr frei im Lichthof des Landkreis-Kulturzentrums, und Sprachen aus den verschiedensten Ländern erklangen: Die Volkshochschule hatte zum Interkulturellen Abend geladen. Der Abend gehörte zur Interkulturellen Woche, die das Bündnis für Migration und Integration im Landkreis veranstaltet.

"Wir wollen eine weltoffene Willkommenskultur schaffen", erklärte Landrat Richard Reisinger, denn das sei heute wichtiger als je zuvor. "Bleiben sie der VHS und dem Integrationsgedanken verbunden!"

Vielfältige Einblicke

VHS-Leiter Manfred Lehner betonte, dass diese Bildungseinrichtung die Willkommenskultur lebt. Der Interkulturelle Abend werde eine Weltreise durch blühende Gärten sein, versprach er. Er dankte Dominique Kleinecke, Joëlle Struffert und Irma Axt, die alle drei aus anderen Ländern kamen und hier eine neue Heimat fanden, für ihr enormes Engagement bei der aufwändigen Vorbereitung des Abends.

Dann ging die Reise los. Die erste Station war die Ukraine. Mit Bildern und Musik wurde das Land vorgestellt. Die Zuwanderer aus diesem osteuropäischen Land beeindruckten ihre Zuhörer mit einem Lied, das vor hundert Jahren entstand, als Russland in der Westukraine einmarschierte. Auf einen großen Sprung über das Meer nahmen die US-Amerikaner das Publikum mit. Sie zeigten Fotos von weniger bekannten Landschaften der USA und verblüfften mit überraschenden Fakten. So erfuhr man, dass fünf unter den letzten sieben Präsidenten der USA Linkshänder waren und fast alle Astronauten Pfadfinder sind.

Kasachstan ist das neuntgrößte Land der Erde und mit hundert verschiedenen Ethnien unter seinen Bürgern kulturell sehr vielfältig. Es ist die Heimat vieler Zuwanderer, die den Landkreis bereichern. Eine bis heute lebendige Tradition ist die Gastfreundschaft, die als heilige Pflicht angesehen wird. Eine Mädchengruppe präsentierte anmutig einen traditionellen Tanz.

Nach Westen verschoben

Unterlegt mit Musik von Fryderyk Franciszek Chopin, in Deutschland besser bekannt als Frédéric Chopin, stellten Zuwanderer aus Polen ihr Herkunftsland vor. Polen war einmal das größte Land Europas, verschwand später von der Landkarte und wurde nach dem 2. Weltkrieg nach Westen verschoben und verlor dabei Gebiete an die Ukraine. Die Sehnsucht nach diesen Landschaften besang der Kalinka-Chor mit einem alten Lied. Über 7000 Inseln bilden den südostasiatischen Inselstaat der Philippinen. Viele der etwa 10 Millionen Philippinos arbeiten als Gastarbeiter in der ganzen Welt, vor allem als Seeleute und Krankenschwestern.

Auch in die Oberpfalz sind einige gekommen. Sie stellten beim Interkulturellen Abend ihre Heimat mit einem Lied und einem eleganten Fächertanz vor. Zauberhafte Landschaften, eine der ältesten Sprachen Europas, großer kultureller Reichtum und vor allem viele nette Leute zeichnen Albanien aus. Eine Albanerin in traditioneller Kleidung und ihre Tochter berichteten von schönen Stränden und beeindruckenden Sehenswürdigkeiten, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören.

Prag vorgestellt

An der VHS kann man Tschechisch lernen. Der Sprachkurs mit seiner Dozentin Nadia Meier stellte Prag vor, die bezaubernde Hauptstadt unseres Nachbarlandes. Schließlich stellte Meier die Preisfrage: "Wie heißt die Moldau auf Tschechisch?" Wer die Lösung "Vltava" wusste, erhielt eine Packung Karlsbader Oblaten.

Die Präsentationen zeigten, wie schön es in fremden Ländern ist. Aber auch in der Oberpfalz kann man sich wohlfühlen. Das bewiesen die Birgländer mit hiesigen Volkstänzen. Vielversprechende Düfte waren während der Darbietungen durch das LCC gezogen.
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