Interne Querelen im Rollstuhlfahrer- und Behindertenclub
Nentwig: Kritik "eher peinlich"

Armin Nentwig im Nadelstreifenanzug, das ist kein ungewöhnliches Bild. Diese Aufnahme entstand 2012 bei der Jahreshauptversammlung des Bundesverbandes der Schädel-Hirnpatienten in Not. Matthias Schwarz kritisierte nun diese Kleiderwahl für die Versammlung des Rollstuhlfahrer- und Behindertenclubs. Archivbild: Huber
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
19.01.2015
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Matthias Schwarz hat Armin Nentwig per Zeitung kritisiert, weil der nach 35 Jahren an der Spitze des Rollstuhlfahrer- und Behindertenclubs nicht mehr zur Wahl des Vorsitzenden antrat. Jetzt reagiert Nentwig: Die Vorwürfe seien peinlich und persönlich motiviert.

Schwarz hatte die Rücktrittsankündigungen in Abrede gestellt, die Nentwig gegenüber der Amberger Zeitung erwähnt hatte. Als eigentlichen Grund für den Rückzug des früheren Landrats vom Posten des Vorsitzenden hatte er ins Feld geführt, Nentwig vertrage wohl keine Kritik. Zudem beklagte Schwarz falsche Jahresangaben auf Urkunden zur Mitgliederehrung und dass Nentwig seinen 70. Geburtstag im Schloss Theuern gefeiert habe, wo es keinen Lift und keine Behindertentoilette gebe. Und schließlich sei Nentwigs Nadelstreifenanzug für jemanden, der sage, dass er am Boden bleibe, "fehl am Platz" gewesen.

"Aus totaler Überlastung"

Nentwig hält dazu in einer Stellungnahme folgendes fest: "Herr Schwarz gehörte nie dem Vorstand an, um beurteilen zu können, wie oft ich aus totaler Überlastung anbot, in die zweite Reihe zurückzutreten." Den Anzug habe er, so Nentwig, "aus Respekt gegenüber den Geehrten und dem feierlichen Jubiläum" getragen. Zu den Jahreszahlen bemerkt er: "Alle Geehrten für 30 Jahre sind schon so lange Mitglied bzw. helfen im Verein aktiv sogar schon länger mit. Dies galt es zu würdigen. Herr Schwarz wurde erst wesentlich später Mitglied."

Und Schloss Theuern habe eine Behindertentoilette. "Meine dortige Geburtstagsfeier, zumal als Spendenaktion für den Verein genutzt, wäre eine gute Gelegenheit gewesen, die Umsetzung der behindertenfreundlichen Planung anzumahnen."

Wenn der "Rollstuhlfahrer- und Behindertenclub und seine Freunde e. V." sein 35-jähriges Bestehen feiere, dann erscheine es ihm, schreibt Nentwig, "eher peinlich, dem Gründer, Vorsitzenden und Motor des Vereines nach 35 Jahren Einsatz im Ehrenamt als 'Dankeschön' noch öffentlich 'ordentlich eine auf den Kopf zu hauen!'"

Persönlich motiviert

Dann wendet er sich persönlich an seinen Kritiker: "Sehr geehrter Herr Schwarz, im Interesse des Vereines bitte ich, bei dringendem weiteren Bedarf sich direkt an meine Privatadresse: Amberg, Triebstr. 9b zu wenden, zumal ein Teil der Vorwürfe wohl ohnehin persönlich motiviert erscheint. Diese sind sicher auch nicht mit dem Vorstand abgestimmt oder gar im Sinne der übergroßen Mehrheit der Vereinsmitglieder."

Zu den 35 Jahren an der Spitze des Vereins meint Nentwig: "Für mich war es eine schöne, erfüllte Zeit, die ich nicht missen möchte. Haben wir doch gemeinsam, mit Herzblut, lange bevor behinderte Mitmenschen wahrgenommen wurden, alle Wünsche und berechtigten Forderungen im Raum Amberg-Sulzbach bekanntgemacht und durchgesetzt. Dies strahlte sogar auf die gesamte Oberpfalz aus. Diese praktizierte Menschlichkeit, Freude und Erfüllung zählt. Für dieses schöne, einmalige Erlebnis des Mitgestaltens und der gemeinsamen Pionierleistungen danke ich. Dies möchte ich auch bitte so bewahren dürfen."
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