Interview mit Landrat Reisinger zum neuen Jahr
Hurra, die Schotten kommen!

Landrat Richard Reisinger darf gute Laune haben, wenn er auf 2014 zurückblickt: mehr als 77 Prozent bei der Wiederwahl eingefahren, die Feier zum 50. Geburtstag ordentlich rumgebracht, Sprecher der Oberpfälzer Landräte geworden. Bild: Steinbacher
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
30.12.2014
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Wenn sich heute zwei Landräte irgendwo treffen, sprechen sie zuerst über die Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen, sagt Landrat Richard Reisinger. Kein Wunder also, dass er dieses Thema auch 2015 noch als das wichtigste für den Landkreis einstuft. Vor einem anderen - halb-privaten - Thema hat Reisinger aber erst einmal neuneinhalb Jahre lang Ruhe.

Herr Reisinger, 2014 war das Jahr, in dem Sie Ihren 50. Geburtstag gefeiert haben. Da muss natürlich die Kreidl-Frage gestellt werden: Wissen Sie, wie viel die offizielle Feier im Schloss Theuern gekostet hat?

Reisinger: Das wollten meine Eltern auch schon erfolglos wissen. Das verrate ich irgendwann mal gegen Honorar einem Hochglanzboulevardblatt. Leider hat da noch niemand daran Interesse gezeigt. Es hat sich jedenfalls kein Sponsor angeboten und aufgedrängt - und das ist auch gut so. Und das Beste ist, dass ich von dieser Problematik jetzt neuneinhalb Jahre verschont bin.

Auf welche Ihrer politischen Leistungen des Jahres 2014 oder neu erworbenen Ämter sind Sie besonders stolz?

Reisinger: Dass ich jetzt Sprecher der Oberpfälzer Landräte bin, gefällt mir schon. Auch weil ich dadurch Mitglied im Präsidium des Landkreistages bin und somit öfter in München. Das hat natürlich seinen Preis: Ich bin jetzt mehr unterwegs.

Und im Politischen?

Reisinger: Stolz bin ich auf die positive Entwicklung unserer Krankenhäuser, auch wenn das natürlich nicht meine persönliche Leistung ist, sondern eine Gemeinschaftsleistung. Ich glaube, dass der Ruf unserer beiden Häuser ganz entscheidend ist für ihre Zukunft. Das ist fast wichtiger als das betriebswirtschaftliche Ergebnis.

Wer da nur stehenbleibt, der ist weg. Ja, und dann freue ich mich, dass wir die Herausforderungen der Asylthematik so tatkräftig stemmen.

Was wird im nächsten Jahr das wichtigste Thema für die politische Arbeit im Landkreis sein?

Reisinger: Immer noch das Thema Asyl. Wenn sich heute zwei Landräte irgendwo treffen, sprechen sie zuerst darüber. Und dann der Klimaschutz. Da versprechen wir uns neue Impulse durch die Klimaschutzmanagerin, die wir einstellen werden. Unsere unzähligen Bauprojekte darf ich natürlich auch nicht vergessen - im Sonderpädagogischen Förderzentrum, im Schloss Theuern, im St.-Anna-Krankenhaus.

Haben Sie Vorsätze für 2015?

Reisinger: Immer normal zu bleiben. Klingt jetzt vielleicht seltsam, ist aber gar nicht so leicht.

Das ist jetzt keiner von den ganz üblichen Vorsätzen.

Reisinger: Die habe ich aber auch. Der mit der Diät zum Beispiel stellt sich bei mir üblicherweise nach dem 2. Weihnachtsfeiertag ein und wird nach Dreikönig beerdigt. Aber das dürfte ganz normal sein.

Gibt es etwas, auf das Sie sich 2015 besonders freuen?

Reisinger: Die Schotten. Aus unserem Partnerdistrikt Argyll & Bute kommt aller Voraussicht nach im Mai eine Delegation zu uns. Da wollen wir der Partnerschaft neue Impulse geben. 2014 waren wir ja selbst oben.

Und worauf freuen Sie sich privat?

Reisinger: Meinen Geburtstag in gewohnt kleinem privaten Kreis bei mir im Garten feiern zu dürfen, ohne dass ich bereits von wohlwollenden Musikern am frühen Morgen im Schlafanzug beehrt werde.
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