Jetzt wird's aber auch Zeit

MdL Volkmar Halbleib, Karl-Heinz König, Achim Bender, Generalkonservator Mathias Pfeil, MdL Reinhold Strobl, Karl Reyzl, Bernhard Dobler und Eigentümer Max Aicher (von links) diskutierten über die MH-Folgenutzung.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
26.01.2015
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Das Treffen hatte zwar rein informativen Charakter. Dennoch stand die Formulierung von Zielen im Fokus. SPD-Mitglieder des Haushaltsausschusses des Landtags nahmen mit Generalkonservator Mathias Pfeil das Maxhüttengelände unter die Lupe. Max Aicher wartete dabei mit einem neuen Konzept zur Folgenutzung auf.

Dass es beim Gelände der ehemals feuerspeienden Maxhütte und ihrer teilweise denkmalgeschützen Anlagen in Sachen Erhalt und künftige Nutzung fünf vor zwölf ist, stand unbestritten im Raum. Schnelles Handeln - mittlerweile sind 13 Jahre seit dem letzten Hochofenabstich vergangen - ist deshalb das Gebot der Stunde.

Auf ein Ergebnis durfte beim Termin am Montag aber niemand hoffen - dazu reichten die Kompetenzen der Runde natürlich nicht aus. Was jedoch wichtig war, sahen die meisten Besucher erstmalig vor Ort: Ihnen bot sich der oberflächliche Anblick einer vor sich hinrostenden ehemaligen Montan-Anlage.

Aber die Gäste aus München registrierten zusammen mit den Vertretern der Stadtverwaltung und des Eigentümers auch die Chance zur Umnutzung. Sei es nun die Ansiedlung von Gewerbe wie in der Hauptwerkstatt und auf dem sanierten östlichen Areal, oder das Ausbildungszentrum der Maxhütte Technologie, das jährlich rund 50 jungen Leuten das Rüstzeug für den künftigen Beruf mit auf den Weg gibt.

Eminente Bedeutung

Mathias Pfeil als oberster bayerischer Denkmalschützer und der Vize-Sprecher des Haushaltsausschusses, Volkmar Halbleib (SPD), sahen die eminente Bedeutung des einzigen integrierten Hüttenwerks Deutschlands für Sulzbach-Rosenberg, die Region und ganz Bayern. "Wir werden heute zwar keine Resultate erzielen, aber wir müssen darüber nachdenken, was auf diesem Gelände erhaltenswert ist", führte Pfeil an.

Für die Maxhütte Verwaltungs- und Verwertungsgesellschaft (MHVV) erläuterte Karl Reyzl auf einer Rundfahrt detailliert die abgeschlossene Sanierung im Ostteil, die gegenwärtige Nutzung von ehemaligen MH-Gebäuden sowie die laut Eigentümer schützenswerten Bereiche, bei denen Sanierungsaufwand und Erlöse aus der Folgenutzung noch darstellbar seien.

MHVV-Objektmanager Bernhard Dobler brachte den Besuchern dann im Rathaus ein alternatives Nutzungskonzept für das ehemalige Maxhüttenareal nahe. Bürgermeister Michael Göth signalisierte dazu bereits positive Begleitung durch die Herzogstadt. Eine finanzielle Beteiligung an einer künftig notwendigen Betreibergesellschaft für die Plaza schloss er für Stadt und Landkreis aufgrund der Finanzlage aber aus. "Hier bitten wir Landtag und Staatsregierung um Unterstützung."

Dobler und Reyzl machten aus Sicht des Eigentümers deutlich, dass man sich künftig aus Kostengründen auf den Erhalt der Denkmäler Hochofen, Cowper, Gießhalle und einiger historischer Gebäude im unmittelbaren Umgriff mitsamt der Plaza beschränken sollte. Andere unter Schutz stehende Hallen und Bereiche, wie etwa das Stahlwerk, müssten dagegen rückgebaut werden.

Westbereich entwickeln

Das neue Konzept bezieht sich darüber hinaus vor allem auf die Entwicklung des Westbereichs mit einer Sicherung der Altlasten, Wohnbebauung in drei Teilbereichen auf circa 90 000 Quadratmetern sowie auf Ansiedlung von Einzelhandel in einem Sondergebiet. Hierfür seien rund zehn Millionen Euro an Kosten veranschlagt. Die Sanierung des Plaza-Umgriffs mit begehbarem Hochofen und einem Dokumentationszentrum zur MH-Historie wäre mit knapp sechs Millionen Euro veranschlagt.
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