Job-Motor für Jugendliche

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
17.12.2014
3
0

Die Berufswahl gehört zu den schwierigsten und folgenreichsten Entscheidungen im Leben. Die jungen Menschen brauchen Beratung, vor allem aber die Möglichkeit, die Praxis zu erleben. Eine Schule in der Herzogstadt bietet dazu ein Projekt an.

Das Sonderpädagogische Förderzentrum unterstützt seine Schüler in den Diagnose- und Werkstattklassen mit einem besonderen Projekt. Sieben Jugendliche standen an den Übungskojen in der Malerwerkstatt und verzierten eine tapezierte Wand mit einer Bordüre.

Nicht über den Rand malen

Hochkonzentriert tupften sie die Farbe in die Löcher der Schablone. Sie achteten sorgsam darauf, die Fläche vollständig auszufüllen und nicht über den Rand zu malen. Vorsichtig hoben sie dann die Schablone ab und klebten sie etwas tiefer wieder fest, um das nächste Stück der Bordüre zu gestalten. Malermeister Daniel Schlosser hatte ihnen die Werkzeuge und die einzelnen Arbeitsschritte erklärt und gab auch jetzt Hilfestellung. Der Vormittag in der Malerwerkstatt des Kolping-Bildungswerks in Amberg war Teil der beruflichen Orientierung, die in den Förderschulen in der 8. Klasse auf dem Lehrplan steht.

Die Schüler sollen verschiedene Berufe als gezielte Vorbereitung auf die Jobwahl in der 9. Klasse praktisch erproben. Damit soll vermieden werden, dass die Jugendlichen Berufe wählen, zu denen sie keine Beziehung haben. Die Jugendlichen konnten aber nicht nur das praktische Tun verschiedener Berufe erleben. Außerdem lernten sie durchzuhalten, Anweisungen auszuführen und auf die Ausführung zu achten. In zwei Gruppen durchlaufen die Schüler an jeweils 16 Praxistagen die Berufsfelder Maler und Lackierer, Metall, Bau, Bäcker, Schreiner und Kfz-Mechatroniker. Wie Jürgen Hahn, Zentrumsleiter bei Kolping, erläuterte, erweitern die Schüler ihr Wissen, indem sie einen Einblick in die Berufsfelder erhalten sowie einige Grundlagen und einfache Arbeitsschritte erlernen. Dabei können sie ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten ausprobieren und erhalten Tipps von den Profis.

Die Kooperation mit dem Kolping-Bildungswerk begann heuer. Axel Malich, der Leiter der Förderschule, dankte den Sponsoren, die das Projekt möglich machten: "Ohne die Förderung durch das Architekturbüro Popp, die Firma Conduct, die Firma Danpower, das Planungsbüro Klotz, Tiefbau Rubenbauer und die Sparkasse Amberg könnten unsere Schüler nicht in den hervorragend ausgestatteten Werkstätten von Kolping lernen und arbeiten."

"Keine Eintagsfliege"

Hahn ergänzte, dass mit entsprechender Begleitung und Förderung auch schwache, unmotivierte Jugendliche erfolgreich eine Ausbildung absolvieren. Erforderlich seien dazu Lehrer, die nicht nur fachlich, sondern auch pädagogisch qualifiziert sind. "Wenn die Jugendlichen später in ihrem Beruf Erfolg haben, dann ist das eine gigantische Vermehrung des investierten Geldes!" Die Sponsoren wollen das Projekt auch im nächsten Jahr unterstützen: "Es soll keine Eintagsfliege werden."
Weitere Beiträge zu den Themen: Sparkasse (9729)Dezember 2014 (1863)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.