Jörg Meder zeichnet bei den Rosenroth-Festspielen für die Musik verantwortlich
"Akustik im Schloss ist sehr gut"

Jörg Meder, der Leiter der Capella Rosa Rossa, hat die Musik für die Knorr-von-Rosenroth-Festspiele ausgewählt. Bild: cog
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
07.07.2015
6
0
Die Capella Rosa Rossa - wörtlich "rote Rose" - wird die Knorr-von-Rosenroth-Festspiele auch akustisch zu einem Genuss machen. Die Musik, die das Lustspiel aus der Feder des Hofkanzlers und Dichters begleitet, ist etwas ganz Besonderes.

Laute, Theorbe, Gambe und Zink wird man in einem modernen Orchester vergeblich suchen. Vor 350 Jahren waren das aber sehr beliebte Instrumente. Wenn sich der Vorhang hebt für "Die Vermählung Christi mit der Seele oder Glück und Liebe auf Mallorca", dann wird der liebliche Klang des Zinken erschallen, dessen Weichheit die Menschen im Barock entzückte.

Die warmen Töne der Laute und ihrer großen Schwester, der Theorbe, werden den Schlosshof mit Wohlklang erfüllen. Die Gambe, Vorgängerin des Cellos, Barockgitarre und Harfe versetzen die Zuhörer dann ins 17. Jahrhundert.

Die Capella Rosa Rossa setzt sich zusammen aus dem Leipziger United Continuo Ensemble, das mit Gambe, Laute, Theorbe, Barockgitarre und Harfe besetzt ist. Jörg Meder, der Leiter dieser international agierenden Continuogruppe, hat die musikalische Leitung der Festspiele übernommen. Die Oberstimmen spielen hochkarätige Solisten auf Violinen, Flöten und Zink.

Die Originalmusik zum Theaterstück ist nicht erhalten. Meder hat deshalb für die Capella Rosa Rossa Stücke ausgewählt, vorwiegend deutsche Musik aus dem Frühbarock. Es ist Musik, die im Charakter und der Form zu Knorrs Text passt.

Weil die "Vermählung" auf Mallorca spielt, das stark unter arabischem Einfluss stand, bereitet Meder auch traditionelle arabische, sephardische und spanische Musik vor. "Es macht mir besonders viel Freude, mit dieser bunten Mischung von Musik arbeiten zu können: Einerseits spielen wir deutsche Komponisten, die zu Knorrs Zeit populär waren, aber auch ganz anderes, was das große Interesse der Menschen damals an fremden Ländern widerspiegelt." Für den arabischen Klang werden orientalische Perkussionsinstrumente sorgen.

Meder genießt es, in der entspannten Atmosphäre der Herzogstadt zu arbeiten. Besonders gefällt ihm, dass hier ein Stück an dem Ort aufgeführt wird, an dem es entstanden ist. Der musikalische Leiter freut sich schon auf die Premiere: "Die Akustik oben im Schloss ist sehr gut. Ich bin gespannt, wie sich die vielen Akteure auf der Bühne zu einem gelungenen Ganzen zusammenfügen."
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.