KAB-Senioren der Pfarrei Herz Jesu erinnern sich an frühere Zeiten - Kirchliche Bräuche im ...
Als die Beichtzettel noch begehrt waren

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
28.01.2015
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Viele Erinnerungen an längst vergangene Zeiten in der Pfarrei gab es bei einem Kaffeenachmittag der KAB-Senioren aus der Pfarrei Herz Jesu. Pfarrer Saju Thomas erzählte zunächst, wie sein Wunsch, Priester zu werden, gewachsen sei. Schon mit elf Jahren habe er davon geträumt, einmal am Altar zu stehen. Nach der 10. Klasse habe er dann Kontakt mit der indischen Missionsgemeinschaft aufgenommen.

2006 kam der Geistliche nach Sulzbach-Rosenberg. "Da waren die Gottesdienste noch voll", sagte er. In vielen Kirchen sei nun ein Besucherrückgang zu bemerken. In Deutschland gebe es rund 24,2 Millionen Katholiken, auf der Welt 1,2 Milliarden. In Indien lebten 1,2 Milliarden Menschen, davon seien 24 Millionen Christen. Der Gottesdienstbesuch in der Diözese liege bei 16,6, in der Pfarrei Herz Jesu bei 11 Prozent. Das Spendenaufkommen habe sich aber gesteigert.

Von Albe und Cingulum

Marianne und Heiner Stubenvoll erzählten aus der Geschichte der Pfarrei: 1928 sei das Kirchturmdach kaputt gewesen, berichteten sie. 1929 habe es einen großen Hagelschaden gegeben, der auch den Kindergarten (er befand sich nahe des evangelischen Pfarrhauses) betroffen habe.

Von der Einweihung 1899 bis heute seien 13 Pfarrer, 7 Kooperatoren, 14 Kapläne und 3 Pastoralassistenten in der Pfarrei tätig gewesen. Die beiden riefen auch alte Wörter in Erinnerung. Sie erzählten von der Albe (weiße Tunika des Pfarrers), dem Cingulum (Gürtel am Gewand) oder dem Speisegitter (Brüstung, die Altarraum abtrennte). Viele konnten sich noch an den Blasebalgtreter erinnern. An ihm lag es, dass die Orgel stets ausreichend mit Luft versorgt war. Auch vom Versehgang, dem Leichbeten und dem Beichtzettelsammen berichteten die Stubenvolls.

Bis zu Wandlung

Statt der Bibel habe es früher in jedem Haus eine Goffine gegeben. "Die Kindstaufen mussten innerhalb drei Tagen erfolgen", erzählten sie. "Das Schnupfen in der Kirche war bis zur Wandlung erlaubt." Am Aufgang zum Turm hing die Läut-Ordnung, die besagte, dass, "da in der Umgegend an lauten Geräuschen kein Mangel ist", nicht zu lange geläutet werden sollte.
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