Kanal verschlingt die Summen

Andreas Eckl (rechts), Leiter der Finanzverwaltung, und sein Stellvertreter Hans-Jochen Herrmann wollen volle Transparenz bei den neuen Wassergebühren. Bild: Royer
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
05.05.2015
1
0

"Es geht um mehr Gerechtigkeit für die Bürger." Diese Botschaft transportierte die Stadtverwaltung mit der Einführung der gesplitteten Abwassergebühr. Die Kosten für Frischwasser sinken, der Endbetrag ändert sich nicht wesentlich. Eigentlich gute Nachrichten. Dennoch stand in der Kämmerei das Telefon nicht mehr still.

Viele Bürger meldeten sich im Rathaus, weil sie entweder mit der Flächenangabe Probleme hatten oder sich über die gestiegenen Abwassergebühren wunderten. Zuerst die Aussage, dass die Gebühren - bis auf wenige Ausnahmen - durch die Splittung gleich bleiben, und dann die Abrechnungen schwarz auf weiß mit den gestiegenen Beträgen. Was steckt dahinter?

Ein Besuch in der Finanzverwaltung der Stadt brachte Licht ins Dunkel: Wie der Leiter der Finanzverwaltung Andreas Eckl und sein Stellvertreter Hans-Jochen Herrmann versicherten, ist es rein durch die gesplittete Abwassergebühr zu keinen Erhöhungen der Einnahmen für die Stadt gekommen. "Der Grund für gestiegene Abrechnungsbescheide liegt in erster Linie in den Investitionen von 8,1 Millionen Euro für den Abwasserbereich. Diese Summe wird in der Kalkulation auf die Gebühren mit umgelegt", so Eckl.

Diese Investitionen betreffen Regenüberlaufbecken, Klärteiche oder die Kanalsanierung. "Die Konstellation ist nun so, dass die Einführung des Splittings und die Kosten für die Kanalsanierung zum jetzigen Zeitpunkt zusammenfallen. Wir wollen hier größte Transparenz", betont Hans-Jochen Hermann, der auf den erheblichen Nachholbedarf bei den Sanierungen verwies.

Eigener Sachbearbeiter

Der aktuelle Kalkulationszeitraum bezieht sich auf die Jahre 2015 bis 2018. Wie sich die Gebühren danach entwickeln, kann gegenwärtig noch nicht beurteilt werden. Aber es sei gut möglich, dass auch dann die Sanierungen weiterlaufen. "Zur Bearbeitung der gesplitteten Abwassergebühr stellt die Stadt demnächst einen Sachbearbeiter ein, der sich um die Einzelanliegen der Bürger kümmern wird. Wegen der vielen Anfragen bittet die Verwaltung daher um Geduld", sagte Eckl.

Nach Mustersatzung

"Wir setzen hier vor allem auf individuelle Information und Aufklärung in den jeweiligen Fällen. Eine allgemeine Vorstellung des neuen Verfahrens ist nicht mehr nötig, denn es gab ja schon im Vorfeld umfangreiche Beratungen", merkte Herrmann an. Nach Angaben der Verwaltungsvertreter habe man sich bei der Einführung - auch bei den Zisternen-Besitzern - strikt an die in Bayern geltende Mustersatzung gehalten.

Im Resümee betonten sie: "Ziel ist es nicht, durch die Einführung der gesplitteten Gebühr Mehreinnahmen zu erreichen. Erhöhen sich die Beiträge dennoch, liegt der Grund darin, dass erhebliche Investitionen in den Abwasserbereich durchgeführt werden, deren Kosten auf die Abwassergebühren umgelegt wurden." Dies sei aber auch schon im Vorfeld ausführlich mitgeteilt worden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Mai 2015 (7908)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.