Kardiologe Dr. Hans Thaufelder zu Gast bei 60 plus - Nicht nur für Ältere ein Thema
Wenn das Herz aus dem Takt gerät

Einen Schwerpunkt seines Referats setzte Dr. Hans Thaufelder bei Herzrhythmusstörungen. Manchmal bemerke der Betroffene davon gar nichts. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
09.06.2015
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Ähnlich wie Odysseus, auf den an den beiden Seiten einer Meerenge die Meeresungeheuer Skylla und Charybdis belauern, ergeht es dem Arzt bei der Behandlung von Herzproblemen. "Der Einsatz von Arzneien kann sich auf der einen Seite positiv auswirken, hat andererseits aber auch negative Nebenwirkungen", erklärte der Kardiologe Dr. Hans Thaufelder bei der Senioren-Arbeitsgemeinschaft 60 plus.

Herzattacken könnten zwar Menschen unterschiedlichen Alters treffen, aber für Ältere sei dieses Thema von besonderem Interesse. Deshalb habe 60 plus den Chefarzt des St.-Anna-Krankenhauses zum Stammtisch ins Altstadtcafé eingeladen, erklärte Vorsitzende Helene Schwarz.

Herzrhythmusstörungen seien keineswegs selten, sagte der Referent. Gesunde Menschen bemerkten sie als ein Stolpern, ein kurzzeitiges Aussetzen oder auch als Extraschläge des Herzens. Herzrasen werde häufig als Klopfen bis in den Hals wahrgenommen.

Ein Druckgefühl in der Brust, Leistungsminderung, Luftnot und Schwindel seien ebenfalls Symptome. "Es ist aber auch möglich, dass Herzrhythmusstörungen von dem Betroffenen unbemerkt bleiben und erst bei einer ärztlichen Behandlungen festgestellt werden", fügte Thaufelder hinzu.

Auf der Suche nach der Ursache für eine Herzrhythmusstörung kämen verschiedene Untersuchungsmethoden zum Einsatz. Der Arzt erwähnte das Elektrokardiogramm (EKG) in Ruhe oder unter Belastung sowie als Langzeitmessung, den Herzkatheder, einen implantierbaren Ereignisrecorder oder eine invasive elektrophysiologische Untersuchung. Anhand der Befunde werde über die Verschreibung von Medikamenten, eine Defibrillation, die Implantation eines Herzschrittmachers oder eine Bypass-Operation entschieden.

Menschen, die älter als 60 Jahre oder genetisch dazu veranlagt sind, litten häufiger als andere an einem Vorhofflimmern. Risikofaktoren für diese Art der Rhythmusstörungen seien Bluthochdruck, Herzklappenerkrankungen, Herzmuskelentzündung, eine Schlafapnoe-Erkrankung oder Übergewicht. Für den Patienten erhöhe das Vorhofflimmern die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden, die Embolien auslösen könnten. Darauf müsse bei der Therapie besonders geachtet werden.
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