Kein Kindersegen

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Lokales
Sulzbach-Rosenberg
24.10.2015
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Geburten-Höchststände vermeldeten vor kurzem die Statistiker: In Bayern sind 2014 so viele Kinder auf die Welt gekommen wie seit 2011 nicht mehr, im Bund war es die höchste Zahl seit 2004. In unserer Region merkt man davon aber nichts. Im Gegenteil.

Für den Landkreis waren die 716 vom Statistischen Landesamt gezählten "Lebendgeborenen" im Jahr 2014 sogar ein Negativrekord. Wobei die Oberpfalz insgesamt einen Geburtenzuwachs um 5,0 Prozent verzeichnete. In Amberg sind 319 Neugeborene zwar auch ein Rückgang um vier gegenüber 2013, aber doch etwa im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Neben den Eltern sind Babys vor allem für die Kommunen interessant. Denn ein Jahr nach der Geburt haben die kleinen Erdenbürger ja schon einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Das gilt seit 2013 und soll in der Praxis über eine Betreuungsquote von 35 Prozent bezogen auf die Gesamtzahl der ein- und zweijährigen Kinder sichergestellt werden. Dabei zählen Plätze in Krippen, Kitas oder der Tagespflege.

Kreisjugendamtsleiter Thomas Schieder ist von den Geburtenzahlen für 2014 nicht überrascht. "Da sind bemerkenswerterweise die Prognosen regelmäßig sehr treffsicher." Die 35-Prozent-Quote war deshalb für Amberg-Sulzbach von Anfang an kein Problem. Zum Stichtag 1. August 2013 wies der Landkreis schon 37 Prozent auf. Die sinkenden Geburtenzahlen gaben den Kommunen sogar die Möglichkeit, "den Wandel relativ elegant mitzuvollziehen", wie Schieder sagt - Kindergartengruppen mit einer regulären Größe von 25 Köpfen wurden oft zu Krippengruppen mit zwölf Kindern umgebaut.

Die Versorgungsquote liegt laut Schieder aktuell immer noch bei rund 37 Prozent. Und das scheint ausreichend, um den Bedarf zu decken. Jedenfalls habe das Kreisjugendamt schon seit Monaten keine Anfragen von Eltern bekommen, die dringend einen Betreuungsplatz bräuchten.

Ähnlich sieht es in der Stadt Amberg aus: Der Bedarf ist gedeckt, signalisiert das Jugendamt über Pressesprecherin Susanne Schwab. Und die städtische Betreuungsplatzbörse verzeichnet noch freie Kitaplätze, aktuell etwa zwei in der neuen BRK-Kinderkrippe oder fünf in der Kindertagesstätte Luitpoldhöhe.
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