Keine Angst vor den Masten

Ob der Kreis Amberg-Sulzbach von den ganz dicken Brummern verschont bleibt? BBV-Bezirkspräsident Franz Kustner geht davon aus, dass sich die geplante Gleichstromtrasse wohl nicht durch den Landkreis zieht. Bild Huber
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
07.02.2015
0
0

Für den Landkreis Amberg-Sulzbach ist das Thema Gleichstromtrasse erledigt - das glaubt zumindest Franz Kustner nach dem Energiedialog mit Ministerin Aigner. Als Bauernverbandschef diskutierte er in München fleißig mit.

Nach dem Abschluss des von der bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) initiierten Energiedialogs zeigt sich Franz Kustner vorsichtig optimistisch: "Ich glaube nicht, dass unser Landkreis noch von einer Gleichstromtrasse betroffen sein wird", erklärte der aus Ehenfeld stammende Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung.

Kustner hatte als Vertreter der Landwirtschaft an dem dreimonatigen Beratungsmarathon teilgenommen. Mehr als 100 Vertreter verschiedener Organisationen - vom Bund Naturschutz über Bürgerinitiativen bis hin zu Hochschulen und Wirtschaftsverbänden - hatten ihre Forderungen eingebracht. Eines der Ergebnisse des Energiedialogs sei gewesen, dass Bayern zur Versorgungssicherheit nach dem Abschalten der Atomkraftwerke keine zwei zusätzlichen Gleichstromtrassen brauche.

Schwerpunkt Bioenergie

Im Gespräch sei zwar weiterhin die sogenannte Gleichstromtrasse Süd-Ost zwischen Lauchstädt (Sachsen-Anhalt) und Meitingen (Kreis Augsburg). Der Landkreis Amberg-Sulzbach liege jedoch abseits der Ideallinie zwischen Ausgangs- und Endpunkt. Kustner: "Ich bin zuversichtlich, dass dieses Thema fürs Erste erledigt ist." Der BBV-Präsident brachte natürlich einen umfangreichen Forderungskatalog der Bauernschaft in die Diskussion ein. Einen Schwerpunkt setzte er dabei auf den Ausbau der Bioenergie.

Denn beim Energiedialog sei es nicht nur um die Frage gegangen, wie große Mengen Strom von A nach B transportiert werden können. Vielmehr hätten die Arbeitskreise intensiv diskutiert, wie Strom eingespart und vor Ort produziert werden könne, damit es gar keine neuen Leitungen braucht. Von Landwirten betriebene Biogasanlagen verfügten bereits jetzt über eine Gesamtleistung von rund 7,5 Terawatt. "Diesen Wert könnten wir ohne weiteres steigern", erklärte Kustner. Er spricht von fünf Terawatt, die "spielend" draufgesattelt werden könnten.

Dazu müsste aber das erst vor kurzem neu abgefasste Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wieder umgeschrieben werden. "Die finanziellen Anreize, die das EEG aktuell vorsieht, reichen jedenfalls nicht aus, um die Bioenergie voranzubringen", sagte Kustner. Ab 2020 fielen die ersten Biogasanlagen aus dem EEG-Vergütungssystem. "Wir brauchen einen gesetzlichen Rahmen, damit diese Anlagen dann nicht stillgelegt werden." Auch für die Kraft-Wärme-Kopplung brach Kustner beim Energiedialog eine Lanze. Bei der Verstromung von Holz in Holzvergasungsanlagen könnte diese Technologie zum Einsatz kommen.

Stabilität für das Netz

Kustner erinnerte daran, dass Biogasanlagen für die Stabilisierung der Netze und zum Ausgleich der fluktuierenden Energieträger besonders wichtig seien. "Biogas ist momentan die einzige Form erneuerbarer Energien, die ohne großen Aufwand gespeichert werden kann."
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.